In Äthiopien stürzt der bewaffnete Konflikt um die Region Tigray tausende Menschen in Elend und Hungersnot. Die Organisation Samaritan’s Purse wollte helfen – und schickte ihre hauseigene DC-8 vollbepackt mit Lebensmitteln ans Horn von Afrika.

Im Schatten der omnipräsenten Corona-Pandemie bahnt sich im Norden Äthiopiens eine humanitäre Katastrophe an. Seit Ende 2020 kämpfen die äthiopische Zentralregierung und die Volksbefreiungsfront TPLF mit Waffengewalt um die Kontrolle in der Region Tigray. Mehr als zwei Millionen Menschen wurden vertrieben, zehntausende flüchteten bereits in den benachbarten Sudan. Beobachter sprechen von der schlimmsten humanitären Krise in Äthiopien seit der letzten Hungersnot, die in den 80er-Jahren rund eine Million Menschen das Leben kostete. Vor allem Kinder leiden – wie immer – extrem unter der Situation.




Samaritan’s Purse / David K. Morrison

Die DC-8-72F von Samaritan’s Purse ist 52 Jahre alt. Demnächst sollen die Samariter mit der N873SJ eine zweite DC-8 der gestreckten Version -73 erhalten.

52 Jahre alt und voll im Saft

Dieser bedrohlichen Lage wollte die christliche Hilfsorganisation Samaritan’s Purse aus den USA etwas entgegensetzen und schickte ein Flugzeug voll mit Lebensmitteln in die Tigray-Region. Die “Barmherzigen Samariter” betreiben speziell für solche Zwecke eine eigene Douglas DC-8-72F, 1968 gebaut und früher als Vollfrachter bei Finnair im Dienst. 1981 kam der Vierstrahler zur französischen Luftwaffe und wurde von dieser mit CFM 56-Turbofans modernisiert. Später flog die DC-8 für Air Transport International – und landete 2015 schließlich bei Samaritan’s Purse. Dort fliegt sie als N782SP bis heute in alle Ecken der Welt und leistet Katastrophenhilfe. Sie ist damit zugleich eine von weniger als zehn aktiven DC-8 weltweit.




Samaritan’s Purse

Mehr als 30 Tonnen Fracht flog die N782SP ans Horn von Afrika. Darunter befanden sich 1.800 Pakete mit Spezialnahrung für Kinder.

30 Tonnen Lebensmittel

Am vergangenen Freitag hob die N782SP von ihrer Homebase Greensboro in North Carolina ab. An Bord hatte sie mehr als 30 Tonnen Fracht, darunter 1.800 Pakete mit verzehrfertiger Spezialnahrung für Kinder. Damit können in Tigray nach Angaben von Samaritan’s Purse 18.000 Kinder bis zu 30 Tage lang ernährt und vor bedrohlicher Unterernährung bewahrt werden. Die Lebensmittel seien “für hungernde Kinder von entscheidender Bedeutung, da sie die richtigen Nährstoffe und Proteine liefern, um ihre Grundbedürfnisse zu decken”, so die Hilfsorganisation.

DC-8 über Europa

Ihr Weg von Greensboro nach Nordostafrika führte die DC-8 am 12. Februar zunächst nach Glasgow in Schottland, wo sie auf dem Flughafen Prestwick einen Tankstopp einlegte. Ein weiterer Halt erfolgte in Serbiens Hauptstadt Belgrad. Von dort aus brach die N782SP schließlich am 15. Februar zu ihrem Endziel Kassala im Sudan auf, wo Helfer die Maschine entluden und die wertvolle Fracht auf dem Landweg ins Krisengebiet brachten. Die DC-8 machte sich derweil noch am selben Tag auf den Nachhauseweg und stoppte dabei in Alexandria (Ägypten) sowie abermals in Belgrad, von wo es dann direkten Wegs nach Greensboro zurückging. Dort kamen Flugzeug und Crew am Dienstagnachmittag an.


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