Der britische Triebwerkshersteller will die Arbeiten an seinem Zukunftstriebwerk UltraFan zeitweise pausieren.

Nach Angaben von Rolls-Royce-CEO Warren East werden längerfristige Investitionen für den UltraFan ausgesetzt, bis sich realistische Marktchancen für das neue Triebwerk abzeichnen. Schon vor Beginn von Corona war unklar, an welchem Flugzeug der UltraFan eingesetzt werden soll. Nun hat die Pandemie die Luftfahrtindustrie fest im Griff, zivile Neuentwicklungen von Airbus oder Boeing sind in nächster Zeit nicht zu erwarten.


Die Bodenerprobung mit UltraFan-Demonstratoren soll aber stattfinden, wahrscheinlich beginnen die Tests Ende 2021 oder Anfang 2022. Das erste Triebwerk befindet sich derzeit in der Montage.


Beim UltraFan setzt Rolls-Royce auf eine Architektur mit einem Getriebe zwischen Niederdruckturbine und Bläser, ähnlich wie Pratt & Whitney bei der Getriebefan-Familie PW1000G. Die Briten wollen mit dem UltraFan die Emissionen im Vergleich zur ersten Trent-Generation um 25 Prozent reduzieren.


Rolls-Royce hatte die Entwicklung des UltraFan 2014 angekündigt, ursprünglich war eine Indienststellung um 2025 geplant. Der UltraFan soll skalierbar sein, angepeilt sind die Schubklassen von etwa 110 bis 445 Kilonewton. Damit käme er für einen Nachfolger von Airbus A320 und Boeing 737 ebenso in Frage wie für eine künftige Neumotorisierung beispielsweise der A350 oder des Dreamliners.


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