Chinas Flugzeugbauer Comac lieferte im Corona-Jahr 2020 24 Exemplare seines Regionaljets ARJ21 aus – und damit mehr als insgesamt in den vier Jahren davor. Das Programm nimmt weiter Fahrt auf, beflügelt von Großbestellungen chinesischer Staats-Airlines.

Über Jahre hinweg dümpelte der erste in China entwickelte Regionaljet im Sumpf der Bedeutungslosigkeit herum. Allein vom Erstflug der ARJ21 im November 2008 bis zur Lieferung des ersten Serienflugzeugs an Chengdu Airlines Ende 2015 dauerte es eine gefühlte Ewigkeit. Zwischen 2016 und 2019 lieferte Comac ganze 22 ARJ21 aus, fast alle davon an den Erstbetreiber. Erst im August 2019 gesellte sich mit Genghis Khan Airlines aus der Inneren Mongolei ein zweiter ARJ21-Nutzer hinzu.




Genghis Khan Airlines

Genghis Khan Airlines aus der Inneren Mongolei erhielt 2019 ihre erste ARJ21 und wurde damit zum zweiten Betreiber des Regionaljets neben Chengdu Airlines.

Fünf neue ARJ21-Betreiber

Ausgerechnet das Corona-Jahr 2020 brachte für Comacs Regionaljet jedoch den Durchbruch: Die Produktionsrate wurde deutlich gesteigert. Immerhin 24 neue ARJ21 verließen 2020 die Werkshallen, gegenüber zwei im Jahr 2017, sechs in 2018 und zwölf in 2019. Aus den zuvor zwei Betreibern wurden im vergangenen Jahr sieben. Darunter finden sich erstmals auch die großen Player China Southern Airlines, Air China und China Eastern (mit der Regionaltochter OTT). Die großen Drei, allesamt in Staatsbesitz, hatten im Sommer 2019 insgesamt 105 ARJ21 geordert, von denen jede Airline 35 Stück erhalten soll. Weitere neue Betreiber der ARJ21 sind Jiangxi Air und China Express Airlines.




China Southern

2020 erhielten auch Chinas drei größte Fluglinien China Southern (Bild), Air China und China Eastern ihre ersten ARJ21.

“Produktionsprobleme ausgeräumt”

Letztere war es auch, die im vergangenen Jahr für eine weitere ARJ21-Großbestellung sorgte. Der ebenfalls in Staatsbesitz stehende Regional-Carrier orderte 50 Exemplare des Hecktrieblers, dessen Konstruktion großteils auf der McDonnell-Douglas MD-90 basiert. Für 2021 ist die Übergabe von sechs weiteren ARJ21 an China Express geplant. Dazu, wie viele Maschinen Comac in diesem Jahr insgesamt an den Mann bringen will, machte der Flugzeugbauer bislang keine Angaben. Jedoch habe man inzwischen diverse Produktionsprobleme ausräumen können, hieißt es. Das lässt für 2021 ein weiteres Hochfahren der Serienfertigung erwarten.


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