Bei einer stark reduzierten Anzahl von Passagierflügen gab es im Jahr 2020 40 Unfälle, davon fünf mit tödlichem Ausgang, was zu 299 Todesopfern führte, so die Bilanz der niederländischen Consultingfirma to70.

Im Jahr 2019 gab es 86 Unfälle, von denen 8 tödlich waren, was zu 257 Todesopfern führte. Das Jahr 2017 bleibt ein Ausnahmejahr mit einem historischen Tiefstand von nur zwei tödlichen Unfällen, beide mit regionalen Turboprops, was zu einem Verlust von nur 13 Menschenleben führte.


Die Unfallrate für Großflugzeuge im kommerziellen Luftverkehr lag 2020 bei 0,27 tödlichen Unfällen pro Million Flüge. Das ist eine Rate von einem tödlichen Unfall alle 3,7 Millionen Flüge. Die diesjährige tödliche Unfallrate entspricht dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre.


Die tödlichen Unfälle mit großen Passagierflugzeugen im Jahr 2020 waren:


8. Januar: Boeing 737-800. Ukraine Intl. Airlines. Abschuss im Iran. 176 Tote


5. Februar: Boeing 737-800. Pegasus Airlines. Türkei. 3 Tote


7. Mai: Boeing 737-700. Southwest Airlines. USA. 1 Toter


22. Mai: Airbus A320-200. Pakistan International Airlines. Pakistan 98 Tote


7. August: Boeing 737-800. Air India Express. Indien. 21 Tote


Drei der fünf tödlichen Unfälle im Jahr 2020 und mehrere der nicht tödlichen Unfälle beziehen sich auf Flugzeuge, die bei der Landung die Start- und Landebahn verlassen haben. Der türkische Unfall im Februar und der indische Unfall im August ereigneten sich beide bei starkem Regen. Letzterer landete Berichten zufolge auch bei starkem Rückenwind. Der Unfall in Pakistan im Mai ereignete sich nach einer harten Landung und einem Go-around, bei dem offenbar die Triebwerke beschädigt wurden.


Während die Luftfahrtindustrie auf eine Erholung im Jahr 2021 und darüber hinaus hofft, werden erhebliche Anstrengungen unternommen, um sicherzustellen, dass das niedrige Niveau des Betriebs in den vergangenen Monaten die Sicherheit in Zukunft nicht beeinträchtigt. Die Schulung des gesamten Betriebspersonals und die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Auffrischung der Kenntnisse bis zur Rückkehr zum normalen Betrieb, unter Berücksichtigung eines möglichen Jo-Jo-Effekts im Verkehrsaufkommen, haben Priorität.


Die Wiederinbetriebnahme einer großen Anzahl von Flugzeugen, die während der Pandemie “geparkt” wurden, ist ebenfalls ein Thema, das Aufmerksamkeit erfordert. Auch an Flughäfen müssen Arbeiten zur Instandhaltung von Flughafenflächen, die als Flugzeugabstellplätze genutzt wurden, in angemessener Weise durchgeführt werden.


2021 wird ein herausforderndes Jahr für die Branche sein, wir dürfen nicht selbstgefällig werden, da die Reisebeschränkungen nachlassen und das Verkehrsaufkommen zunimmt, obwohl wir in einigen Regionen erst 2024 oder später eine Rückkehr zum Niveau von 2019 erwarten. Die Luftfahrtindustrie muss sich verstärkt darauf konzentrieren, dass die Grundlagen des sicheren Fluges richtig angegangen werden.


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