Die Nachfrage nach Frachtflügen ist nach wie vor hoch. Golf-Carrier Emirates nutzt deshalb seit wenigen Tagen auch ihre Superjumbos für Frachttransporte: Mehrere A380 sind aktuell für Chartermissionen abkommandiert. Ihre Passagiersitze dürfen sie jedoch behalten.

50 Tonnen. So viel Frachtgut passt in den Bauch der A380 von Emirates, wenn oben drüber keine Passagiere mitfliegen. Damit schleppt der Superjumbo allein im Unterdeck fast doppelt so viel Nutzlast wie ein ganzer Boeing 757-Frachter. Trotzdem bezeichnet Emirates Sky Cargo, die Fracht-Tochter der gleichnamigen Golf-Airline, die A380 verniedlichend als „Mini-freighter“.


Kein Umbau zum „Prachter“

Hintergrund ist, dass die Superjumbos, die seit Kurzem auf ausgewählten Fracht-Routen für Emirates Sky Cargo zum Einsatz kommen, bei ihren Flügen fast ausschließlich „belly cargo“ transportieren. Die Passagierdecks, gespickt mit mehr als 400 Sitzen, bleiben unangetastet, einen Ausbau der Sitze, wie ihn etwa Hi Fly in ihrer einzigen A380 vollzog, plant Emirates nicht. Stattdessen prüft die Airline nach eigenen Angaben, inwiefern leichte Paketfracht auch auf Sitzen sowie in Gepäckfächern mitfliegen kann.




Emirates

„Mini-freighter“ im XXL-Format: Emirates Sky Cargo nutzt die A380 seit Kurzem als Lastesel für „kritische Fracht“.

Kampf gegen Corona

Vollwertige Frachter will also auch Emirates Sky Cargo aus der A380 nicht machen. Stattdessen sollen die Doppelstock-Riesen vor allem „kritische Fracht“ transportieren – sprich, medizinische Hilfsgüter zum Kampf gegen die Corona-Pandemie, vorzugsweise in Regionen, die besonders stark unter der zweiten Pandemiewelle zu leiden haben. Auch bei der globalen Verteilung eines Impfstoffs gegen das Virus könnte die A380 eine Rolle spielen.

Erster Flug von Seoul nach Amsterdam

Mindestens drei der 115 Emirates-Riesen waren in den vergangenen Tagen auf reinen Frachtflügen unterwegs. Dabei handelt es sich um die Flugzeuge mit den Kennungen A6-EOT, A6-EOU und A6-EOV – und damit durch die Bank um Maschinen, die einen Sonderanstrich anlässlich der auf nächstes Jahr verschobenen Weltausstellung „Expo“ in Dubai zur Schau tragen. Alle drei Flugzeuge kamen erst Anfang November aus dem Storage. Den ersten A380-Frachtumlauf absolvierte vom 3. bis 5. November die A6-EOV. Sie holte Hilfsgüter aus Seoul und flog damit – mit Zwischenstopp in Dubai – nach Amsterdam.


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