Die US-Luftfahrtbehörde FAA plant offenbar, das Grounding der Boeing 737 MAX zum 18. November aufzuheben. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters will die FAA ihre Untersuchung in den kommenden Tagen abschließen. Boeing hält sich noch zurück.

Bei Boeing sind sie vorsichtiger geworden: Während sich der US-Flugzeugbauer vor allem im vergangenen Jahr regelmäßig aus dem Fenster lehnte mit Ankündigungen, dass sein Krisenjet, die 737 MAX, bald wieder fliegen dürfe, verweigerte man in Seattle bislang einen Kommentar zu den Angaben, die Reuters aus „drei über die Angelegenheit informierten Quellen“ erhalten haben will.


617 Tage am Boden

Demnach befindet sich die FAA mit der Überprüfung der 737 MAX und der vorgeschlagenen Änderungen an dem Flugzeug auf der Zielgeraden. 20 Monate nach dem weltweit ausgesprochenen Flugverbot für den einstigen Bestseller könnte die 737 MAX damit schon zum 18. November wieder abheben – zumindest in den USA, denn anderswo müssten zunächst die dortigen Behörden ebenfalls grünes Licht geben. Die 737 MAX wäre dann genau 617 Tage vom Himmel verbannt gewesen.



U.S. Grounds All Boeing 737 MAX Aircraft After Viewing New Satellite Data


Joe Raedle / Staff – via Getty Images

737 MAX-Kunden, hier American Airlines, treffen ihrerseits bereits Vorbereitungen für die Rückkehr von Boeings Krisenflugzeug.

„Prozess in den kommenden Tagen abgeschlossen“

Auch die Behörde selbst streut Optimismus: War die FAA in der Vergangenheit stets darauf bedacht, euphorische Ankündigungen von Boeing mit dem Hinweis zu kassieren, man werde sich bei seiner Arbeit nicht unter Druck setzen lassen, erklärte FAA-Chef Steve Dickson nun gegenüber Reuters, er rechne damit, dass „der Prozess in den kommenden Tagen abgeschlossen sein wird“. Dies geschehe, „sobald die Behörde sich davon überzeugt hat, dass Boeing die Sicherheitsprobleme im Zusammenhang mit zwei tödlichen Abstürzen, bei denen 346 Menschen ums Leben kamen, gelöst hat“.


FAA-Administrator Steve Dickson hat sich am 30. September 2020 persönlich ans Steuer einer modifzierten Boeing 737 MAX 7 gesetzt.


FAA

FAA-Chef Dickson setzte sich sogar selbst ans Steuer einer 737 MAX, um sich einen Eindruck von den vorgenommenen Änderungen zu verschaffen.

Auch EASA zuversichtlich

Auf ein konkretes Datum wollte sich Dickson allerdings nicht festnageln lassen: „Auch wenn wir kurz vor der Ziellinie stehen, werde ich das Flugverbot erst dann aufheben, wenn sich unsere Sicherheitsexperten davon überzeugt haben, dass das Flugzeug die Zertifizierungsstandards erfüllt“, so der FAA-Chef. Bei Boeing heißt es deshalb weiter Daumendrücken, dass die vorgenommenen Änderungen für eine Wiederzulassung der 737 MAX ausreichen. Unterdessen gilt es als wahrscheinlich, dass, sollte die FAA das Grounding tatsächlich aufheben, auch andere Luftfahrtbehörden zeitnah nachziehen. So hatte etwa die EASA bereits ihrerseits angekündigt, sie könne sich vorstellen, dass noch vor Ende des Jahres wieder 737 MAX im Liniendienst fliegen.


Selbst bei einer Freigabe am 18. November müssten sich die Airlines allerdings gedulden: Wegen der notwendigen Aktualisierung der Software und anstehenden Pilotentrainings werden laut Reuters mindestens 30 Tage verstreichen, bis die Jets wieder aufsteigen dürfen.


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