Ein Pilot der Royal Air Force könnte der erste Nicht-Amerikaner sein, der den Präsidenten der Vereinigten Staaten fliegen darf. Nach Informationen der Zeitung Daily Express ist der Brite für den illustren Kreis der US-Regierungsflieger ausersehen.

Seit den 70er Jahren betreiben US Air Force und Royal Air Force ein intensives Austauschprogramm. Das hatte in der Vergangenheit zru Folge, dass britische Militärpiloten nicht nur die Brot-und-Butter-Kampfjets der US-Amerikaner durch die Luft scheuchen durften, sondern auch auf dem Pilotensitz eher exklusiver Fluggeräte Platz nahmen. Wing Commander der RAF wechselten beispielsweise vom Tornado-Cockpit auf den Stealth Bomber Northrop B-2 Spirit oder den Höhenaufklärer Lockheed U-2. Im Bereich der US-Regierungsfliegerei jedoch gab es bis dato noch nie einen Briten.



Ein Brite in Maryland

Das könnte sich laut einem Bericht des Daily Express bald ändern, denn offenbar gibt es Pläne, einen RAF-Austauschpiloten zum 89th Airlift Wing des Air Mobility Command auf die Andrews Air Force Base in Maryland zu versetzen – jenem Verband, der für den Transport des US-Präsidenten und anderer ranghoher Regierungsmitglieder verantwortlich zeichnet. Der Schritt markiere den „symbolischen Höhepunkt eines vier Jahrzehnte alten und tief verwurzelten Austauschprogramms zwischen der USAF und der RAF, das auf Vertrauen beruht“, zitiert die Zeitung eine Insider-Quelle. Der betreffende Wing Commander habe bereits Diensterfahrung in der US Air Force gesammelt und kenne die Eigenheiten der US-Luftwaffe deshalb sehr gut. Der Plan, ihm Zugang zum 89th Airlift Wing zu verschaffen, sei „schon lange in der Pipeline und jetzt scheint es, dass auf beiden Seiten des Teiches grünes Licht gegeben wurde“, so der Insider weiter.



Auf jedem Flug hat die „Air Force One“ sechs Piloten an Bord: zwei im Cockpit und vier als Reserve, für den Fall der Fälle.

Type Rating für „Air Force One“

Auf der Andrews Air Force Base sind neben rund 1100 Stabsmitarbeitern 80 handverlesene Piloten und 89 Flugbegleiter den Regierungsfliegern zugeordnet. Jeder Pilot, der beim 89th Airlift Wing diene, muss mindestens 2.500 Stunden Flugerfahrung mitbringen. Die Flugzeugflotte der US-Regierungsflieger besteht neben den beiden weltbekannten Boeing 747-200B (VC-25) aus einem guten Dutzend kleinerer Maschinen, wie einigen Boeing 757 (C-32A), Boeing 737 (C-40) oder Gulfstream-Businessjets (C-20 und C-37). Jedes dieser Flugzeuge steht dem US-Präsidenten grundsätzlich offen. Ist er an Bord, erhält das Flugzeug im Funk das Rufzeichen „Air Force One“. Gemeinhin ist der Präsident jedoch meist mit einer der beiden VC-25 unterwegs. Auf jedem Flug sind neben der diensthabenden Flight Crew auch zwei Reserve-Crews mit an Bord der VC-25. Den Ausführungen des Daily Express ist zu entnehmen, dass der RAF-Wing Commander in Maryland eine Musterberechtigung auf diesem Flugzeug erhalten soll – allerdings erst, nachdem er die Cockpits einiger andere Maschinen der Regierungsflotte durchlaufen hat.


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