Southwest Airlines nimmt die Nachfolge der 737-700 in Angriff. Boeing erhält dabei Konkurrenz: Southwest wird 737 MAX 7 und Airbus A220 vergleichen. Intern hat die Airline bereits Weichen für den Aufbau einer zweiten Flotte neben der 737 gestellt.

„Wir sind ein reiner 737-Betreiber, das bedeutet aber nicht, dass wir in alle Ewigkeit ein reiner 737-Betreiber bleiben werden.“ Southwest-CEO Gary Kelly vollzog mit diesem Satz im April 2019 eine persönliche Kehrtwende – denn nur ein Jahr zuvor hatte Kelly ausgeschlossen, andere Flugzeuge als die 737 zu nutzen „solange ich CEO bin“.


Viele alte 737 gehen in Rente

Seit 1971 kauft Southwest Airlines ihre Flugzeuge ausschließlich in Seattle und ist über die Jahre zum größten 737-Betreiber der Welt gewachsen. Allein 421 737-700 stehen als aktive Flotte im Register des texanischen Preisbrechers. Angesichts eines Durchschnittsalters von knapp 17 Jahren drängt die Frage nach Ersatz im Segment der 143-Sitzer – rund 60 737-700 stammen aus den späten 1990er Jahren. „Über die nächsten Jahre gehen bei uns zig 737-700 aus der Flotte“, sagte Kelly im Oktober nach Vorlage der Quartalsbilanz. „Wir benötigen Ersatz.“




Airbus

A220-Fertigung in Mobile (USA): Southwest Airlines sieht sich den Adoptiv-Airbus als möglichen Nachfolger für die 737-700 an.

Southwest spricht mit Piloten über A220

Southwest Airlines hat zwar schon 737 MAX 7 bestellt, der Airbus A220 ist für einen Folgeauftrag aber ebenso im Rennen. „A220 und 737 MAX 7 spielen auf dem gleichen Feld“, bekräftigte Southwest Betriebsvorstand Mike Van de Ven jetzt gegenüber Analysten Interesse am Einstiegs-Airbus. „Beide Flugzeuge haben Vor- und Nachteile. Wir setzen unseren Vergleich fort.“


Southwest ist traditionell reiner Boeing-Kunde. Das könnte sich bald ändern.

A220 wirtschaftlicher als 737 MAX?

Die Airline hatte sich von Airbus 2011 auch den A320neo zeigen lassen – letztlich aber nicht bestellt. Bei der A220 könnte die Sache anders aussehen. Zum einen haben die Konkurrenten Delta und JetBlue Airways das bei Passagieren beliebte Modell gekauft. Zum anderen könnte sich die A220 auf längeren Strecken wirtschaftlicher fliegen lassen als die 737 MAX.


Born in the USA: Das ist die erste A220 aus Mobile


„Einen Sprung voraus“

„Wir fliegen mehr Ziele an, die sich in Entfernung, Volumen und Saisonabhängigkeit unterscheiden“, unterrichtete das Management die Pilotengewerkschaft 2019 über Pläne zum Aufbau einer Nebenflotte. Für einige Destinationen seien andere Flugzeuge „besser geeignet“ als die 737. Die Airline will laut Insidern mit Piloten weiter über Tarife für eine A220-Bereederung sprechen. „Die A220 ist der logische nächste Schritt für Southwest“, zitiert „Flightglobal“ den bekannten Luftfahrtanalysten Mike Boyd. „Das Flugzeug ist der A320-Serie einen Sprung voraus. Es wird noch Jahre dauern, bis Boeing Ersatz für die 737 auf der Rampe hat.“