Die irische Cityjet hat sich am Dienstag von ihrer letzten Avro RJ85 getrennt. Auf den kleinen Vierstrahler, im Volksmund besser bekannt als „Jumbolino“, wartet jedoch nicht das Fallbeil, sondern eine zweite Karriere: Künftig soll er in den USA Waldbrände löschen.

27 Jahre nach Indienststellung der ersten BAe 146 besitzt Cityjet keine Jumbolinos mehr. Die letzte verbliebene Maschine, als RJ85 eine Vertreterin der zweiten Jumbolino-Generation, verließ ihre langjährige Heimat Dublin am gestrigen Dienstag in Richtung Keflavik (Island). Von dort aus wird sie demnächst weiter in die USA fliegen. Ihr Ziel ist der Spokane International Airport in Washington State, wo auf die als EI-RJF registrierte Maschine eine neue Herausforderung wartet: Im Auftrag der ortsansässigen Aero-Flite wird sie künftig als Löschflugzeug dabei helfen, Waldbrände und andere Großfeuer aus der Luft zu bekämpfen.




Aero Flite Inc.

Die Jumbolino-Flotte von Aero Flite ist spezialisiert auf den Kampf gegen Waldbrände.

Jumbolino mit Bierbauch

Aero-Flite betreibt bereits eine Flotte von mehreren speziell zu diesem Zweck umgerüsteten RJ85. Die Vierstrahler erhielten einen 11.355 Liter großen Löschmitteltank um den Rumpf, der ihre Taille optisch ein wenig aus den Fugen geraten ließ. Bald schon dürfte auch die EI-RJF ihre Stromlinie gegen einen solchen „Bierbauch“ tauschen und in Baumwipfelhöhe auf Flammenjagd gehen, anstatt wie in den ersten 22 Jahren ihres Flugzeuglebens Passagiere zu befördern.




Aero Flite Inc.

Für ihr neues Leben als Löschflugzeug erhielten die Jets von Aero Flite einen maßgeschneiderten Tank um den Rumpf, der 11.355 Liter Wasser fasst.

Schon einmal in den USA

Für die 1998 mit der Seriennummer E2337 im britischen Woodford endmontierte Maschine wird es indes nicht der erste USA-Aufenthalt sein. Vor ihrem Engagement für CityJet flog die RJ85 bereits als werksneues Flugzeug für die Regional-Airline Mesaba Aviation aus Memphis (Tennessee), bevor sie 2006 zunächst zurück zu Hersteller BAe und ein Jahr später schließlich nach Irland zu CityJet kam.

Letzter Linienflug war im März

Dort teilte sie sich die Arbeit mit einer Menge Artgenossen: Die Jumbolinos waren jahrelang die Arbeitspferde schlechthin bei den Iren. Seit CityJet 1993 ihre erste BAe 146 übernahm, absolvierte die Vierstrahlerflotte laut Airline-Angaben mehr als 475.000 Flüge und war dabei rund 580.000 Stunden in der Luft. Um die EI-RJF herum war es allerdings schon lange ziemlich einsam geworden: Bereits seit dem Frühjahr war sie die letzte RJ85, die CityJet noch im Repertoire hatte. Ihr letzter Linienflug liegt ebenfalls lange zurück: Er führte am 7. März im Auftrag von Aer Lingus von London City nach Dublin.


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