Russland modernisiert seinen stärksten Bomber: Schon im Februar stieg in Kasan eine runderneuerte Version der Tupolew Tu-160 in die Luft. Nun feierte die Tu-160M2 am selben Ort ihren zweiten Jungfernflug – dieses Mal mit den neuen NK-32-02-Turbofans von Kusnezow.

Die Tu-160 ist ein Monster. Das weiß jeder, der schon einmal Auge in Auge einem Exemplar des im Westen „Blackjack“ genannten Mach 2-Bombers gegenüberstand. Ihre Dimensionen sind gewaltig, ihre Flugleistungen imposant, ihre Wirkung vernichtend. Doch auch das größte Kampfflugzeug der Welt kann dem Zahn der Zeit nicht ewig standhalten: Die 16 Tu-160, die bei Russlands Fernfliegerkräften im Einsatz stehen, sind in die Jahre gekommen.




UAC

Der Erstflug der Tu-160M2 erfolgte bereits im Februar 2020. Allerdings wurde die Maschine namens „Igor Sikorsky“ damals noch von den alten NK-32-Triebwerken befeuert.

Neue Tu-160 für Russland

Genau aus diesem Grund startete Russland vor längerer Zeit ein umfassendes Modernisierungsprogramm für sein Bomber-Flaggschiff. Ergebnis war die Tu-160M2, ausgerüstet mit Glascockpit und moderner Avionik, neuen Triebwerken und einem Waffen-Upgrade. Alle 16 Tu-160 der russischen Luftwaffe sollen in den kommenden Jahren auf diesen Standard umgerüstet werden. Zudem hat der Kreml beschlossen, auch den Serienbau neuer „Blackjacks“ wieder aufzunehmen. Bis zu 50 neue Tu-160M2 sollen die Zukunft des Musters für die kommenden Jahrzehnte sichern.



„Zweiter Erstflug“ in Kasan

Anfang Februar war es die auf den Namen „Igor Sikorsky“ getaufte Tu-160, die auf dem Werksflugplatz Kasan als erste ihrer Art in runderneuerter Erscheinung in die Lüfte stieg. Eines aber fehlte dem Flugzeug damals noch: ihre neuen Triebwerke, die NK-32-02-Turbofans von Kusnezow. Neun Monate später ist diese Scharte ausgewetzt: Am 3. November startete der Prototyp am selben Ort erstmals mit der stark verbesserten „Serie 2“-Variante des stärksten je in einem Kampfflugzeug eingesetzten Antriebs. Zwei Stunden und 20 Minuten habe der erste Flug gedauert, teilte Hersteller UAC (United Aircraft Corporation) im Anschluss mit. Dabei sei die Tu-160M2, kommandiert von Anri Naskidyants, bis zu 6.000 Meter hoch gestiegen. Während des Fluges habe die Crew alle im Rahmen des Upgrades installierten Systeme überprüft und den Betrieb der neuen NK-32-02-Triebwerke bewertet. „Alles verlief reibungslos“, hieß es seitens UAC.

Gleiche Leistung, weniger Verbrauch

Das NK-32 von Kusnezow, hergestellt in Samara, wurde vor rund 40 Jahren speziell für die Tu-160 entwickelt. Jeder der vier Nachbrenner-Turbofans, die in einer „Blackjack“ arbeiten, bringt es auf 245 kN Schub (mit Nachbrenner). Die künftig verbaute Serie 2 des NK-32 soll dieselbe Leistung bringen, allerdings deutlich weniger Kerosin verbrauchen und die Tu-160 damit über 1.500 Kiometer weiter fliegen lassen als bisher. Erreicht wird dies durch optimierte Verdichter- und Turbinenschaufeln. Wirklich neu ist das NK-32-02 jedoch nicht: Entwickelt wurde es bereits 1987, allerdings ging es nach dem Zusammenbruch der UdSSR nie in Serie. Bis jetzt.


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