In den sozialen Netzwerken tauchten jüngst Fotos aus einem Wartungshangar auf. Sie zeigen eine stark beschädigte Boeing 747SP von Las Vegas Sands. Der seltene Jumbo Jet kollidierte im Hangar offenbar mit einem anderen Flugzeug. Wurde er Opfer von Hurrikan Laura?

Die Boeing 747SP war schon immer selten – und ist es heute erst recht. Nur 44 Exemplare der verkürzten Jumbo-Version für die Ultralangstrecke baute Boeing zwischen 1976 und 1982, eine weitere SP in VIP-Ausführung kam 1987 hinzu. Bis heute überlebt haben nur die wenigsten. NASA und DLR nutzen eine 747SP als fliegende Sternwarte SOFIA, zwei Flugzeuge dienen als Testplattformen für Triebwerke, eine fliegt für die Regierung des Oman und zwei zählen zum Inventar des Casino-Betreibers Las Vegas Sands.




via Twitter

Mit aufgeschlitztem Rumpfbug steht die 747SP im Hangar. Spuren des Zusammenstoßes mit einem anderen Flugzeug, möglicherweise einer Boeing 737.

Bug aufgeschlitzt, Flügel abgebrochen

Die beiden 747SP von Las Vegas Sands tragen die Kennzeichen VP-BLK und VQ-BMS. Sie sind beide rund 41 Jahre alt. Letztere Maschine wird aller Voraussicht nach aber nie wieder fliegen: Seit Kurzem kursieren im Internet Fotoaufnahmen, die das Flugzeug mit aufgeschlitztem Bug und abgebrochener Flügelspitze in einem nicht näher genannten Wartungshangar zeigen. Offensichtlich ist der Jumbo im Hangar mit einem kleineren dort abgestellten Flugzeug und mit der Hallenwand kollidiert.



Ein Opfer von Hurrikan Laura?

Das Flugunfallportal JACDEC mutmaßt auf Twitter, Ort des Geschehens sei der Marana Airport in Arizona gewesen, ohne nähere Angaben zum Unfallhergang zu machen. Laut Infonotiz auf planespotters.net stellt sich die Geschichte jedoch anders dar. Demnach erlitt die VQ-BMS ihre Schäden bereits am 27. August, und zwar nicht in Marana, sondern in Lake Charles (Louisiana). Dort wütete an jenem Tag der Hurrikan Laura, der den Flughafen von Lake Charles binnen weniger Minuten in ein Trümmerfeld verwandelte – und für den wohl selbst ein Jumbo Jet kein ernstzunehmender Gegner war.



Ralf Manteufel (GFDL 1.2)

Die VQ-BMS begann ihre Laufbahn 1979 bei Pan Am, flog später für die Regierungen von Brunei und Bahrain und kam 2008 zu Las Vegas Sands.

Unrühmliches Ende

Tatsächlich deckt sich diese Angabe mit den Daten aus Flight Tracking-Apps, wonach die 747 SP einige Wochen zuvor in Lake Charles zur Wartung eingeschwebt ist. Betrachtet man die gravierenden Schäden an dem 41 Jahre alten Flugzeug, scheint es jedoch ausgeschlossen, dass die VQ-BMS in der Zukunft noch einmal zu einem Flug abheben wird. Bei planespotters.net wird der Jumbo bereits als „written off“ geführt – „abgeschrieben“. Die Ära des 1979 an Pan Am ausgelieferten Flugzeugs endet damit ebenso abrupt wie unrühmlich. Und fliegende 747 SP werden auf der Welt noch ein Stückchen seltener.


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