Seit Juli 2011 fliegt die Lockheed Martin F-35 bei Einsatzverbänden der US Air Force. Neun Jahre später hat es der erste Pilot der US-Luftwaffe auf 1000 Flugstunden im Cockpit des Stealth Fighters gebracht. Sein Kommentar: „Das bedeutet nur, dass ich alt bin.“

Jared „Vic“ Santos ist der erste im Club: Der Kampfpilot des 388. Fighter Wing, stationiert auf der Hill Air Force Base in Utah, hat am 22. Oktober die Marke von 1000 Flugstunden auf der F-35A geknackt. Die Zeit, die zu diesem Meilenstein noch fehlte, erflog sich Santos während einer zweistündigen Vier-gegen-Sechs-Abfangübung im Luftraum über Utah. Während sein Staffel-Kommandeur Col. Steven Behmer von einer besonderen „Leistung für uns als Staffel und für die Air Force“ sprach, winkte Santos augenzwinkernd ab: 1000 Stunden erreicht zu haben, bedeute nicht, dass er etwas Besonderes sei. „Es bedeutet nur, dass ich alt bin.“



Lockheed Martin lieferte am 3. März 2020 die 500. F-35 aus.


Lockheed Martin

Die ersten F-35A stießen 2011 zur Truppe. „Vic“ Santos sammelte früh seine ersten Erfahrungen mit dem neuen Jet.

Von der Cessna zur F-15 Eagle

Tatsächlich ist „Vic“ Santos schon ziemlich lange im Geschäft. Als Jugendlicher infizierte er sich bereits mit dem Flugvirus, finanzierte sich mit einem Teil des von seinem Vater fürs College gesparten Geldes seine Privatpilotenlizenz. Diese erlangte er am Steuer einer Cessna 172. Später ging er zum Militär, absolvierte im Jahr 2000 die Air Force Academy und sammelte mehr als 1200 Stunden auf seinem ersten Einsatzmuster, der F-15C Eagle. Im Rahmen eines Austauchprogramms sattelte er beim US Marine Corps weitere knapp 800 Stunden auf der F/A-18 obendrauf – bevor er schließlich, zurück bei der Air Force, auf die F-35A umstieg.



Boeing F-15C des 48th Fighgter wing in Lakenheath.


USAF

Santos‘ erstes Einsatzmuster bei der Air Force war die F-15C Eagle, auf der er mehr als 1200 Flugstunden sammelte.

F-35-Pilot der ersten Stunde

Seine ersten Erfahrungen mit dem neuen Stealth Fighter sammelte Santos auf der Eglin AFB in Florida. „Damals hatten wir Block 1B-Software, keinerlei Datenverbindung, waren auf 0,9 Mach, 18 Grad Anstellwinkel und 5g beschränkt“, erinnert er sich an diese Zeit. Es sei sehr aufregend gewesen, zu sehen, wie das F-35-Programm in den Folgejahren immer stärker Fahrt aufnahm und schließlich dort mündete, „wo wir heute stehen.“


Lockheed Martin F-35A der Niederlande kommt am 31. Oktober 2019 in Leeuwarden an.


Defensie

Stealth, schwere Bewaffnung und modernste Sensorik: Für Santos ist die F-35 ein überragendes Waffensystem.

Gegner mit verbundenen Augen

Mit jedem zusätzlichen Produktionslos und Software-Update würden die Fähigkeiten des Jets weiter ausgebaut. Stealth-Eigenschaften und modernste Sensoren machen die F-35 in Santos‘ Augen zu einem herausragenden Waffensystem. „Meine Analogie dazu lautet: Ich bin kein großartiger Boxer, aber wenn Sie meinem Gegner die Augen verbunden und mir eine Waffe gegeben hätten, würde ich jedes Mal gewinnen“, so der Routinier, der die F-35 nicht nur im Training, sondern auch schon bei scharfen Kampfeinsätzen pilotierte.


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