US-Carrier American Airlines leidet, wie viele andere, stark unter der Corona-Krise. Auch im dritten Quartal schrieb American tiefrote Zahlen – und forciert vor diesem Hintergrund die Straffung ihrer Flotte. Nächstes Opfer: der Airbus A330.

2,4 Milliarden US-Dollar Verlust im dritten Quartal: Die Zahlen sprechen eine klare Sprache, American Airlines steckt tief in der Krise. Vergangenes Jahr hatte die Airline im selben Zeitraum noch 425 Millionen US-Dollar Gewinn eingefahren, nun wackeln bei American tausende Jobs: 19.000 Mitarbeiter wurden laut Quartalsbericht zum 1. Oktober in den Zwangsurlaub geschickt – auch deshalb, weil das Hilfsprogramm der US-Regierung Ende September auslief. Mehr als 20.000 Angestellte haben in vorauseilendem Gehorsam bereits selbst gekündigt oder sich für eine längere Auszeit entschieden. 44 Millionen Dollar verbrennt American derzeit – täglich.




Patrick Zwerger

Die Boeing 767 wurden bereits im Mai 2020 aufs Abstellgleis gestellt.

Kehraus in der American-Flotte

Vor diesem Hintergrund scheinen auch tiefere Eingriffe in die Flottenstruktur unvermeidlich. Bereits in den zurückliegenden Monaten hat American rund 150 Flugzeuge älterer Baujahre ausgemustert oder in „long-term storage“ geschickt. So mussten im Mai 2020 die letzten 16 Boeing 767 gehen – ein Muster, das American zuvor fast 40 Jahre geflogen hatte. Auch die kleinere 757 sowie alle Bombardier CRJ 200, Embraer E190 und Airbus A330-300 ereilte ein solches Schicksal. Die 15 A330-200 derweil, die American im Bestand hat, blieben von diesem Großreinemachen verschont – vorerst. Sie sollten lediglich bis 2022 eingemottet bleiben.




Arpingstone

Die A330-200 stammen, ebenso wie die bereits ausgemusterten A330-300 (Bild), aus der Fusionsmasse der ehemaligen US Airways.

Auch die A330-200 muss gehen

Da sich jedoch auch mehr als ein halbes Jahr nach Hereinbrechen der Krise keine Besserung abzeichnet, geht es nun auch den neueren A330-Vertretern an den Kragen. „Zusätzlich zu den bereits früher angekündigten Außerdienststellungen der Boeing 757, Boeing 767, Embraer E190, Airbus A330-300, Bombardier CRJ-200 und bestimmter anderer Regionalflugzeuge hat das Unternehmen vor kurzem beschlossen, alle 15 Airbus A330-200-Flugzeuge endgültig aus dem Verkehr zu ziehen“, heißt es hierzu kurz und bündig im American-Quartalsbericht. Die Zweistrahler flogen ab Ende 2013 für American, gehörten davor zu US Airways und waren wie die älteren -300er ein Erbe der Fusion beider Fluglinien. Mit den Boeing-Mustern 777 und 787 betreibt American damit künftig nur noch zwei Flugzeugtypen auf der Langstrecke.


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