Boeing lotet das Interesse von Kunden und Zulieferern an einem neuen Schmalrumpfflugzeug aus. Dass die Verkaufsteams in Krisenzeiten mit einer solchen Mission ausströmen, könnte ein Zeichen dafür sein, dass der US-Flugzeugbauer nicht langfristig auf die 737 MAX setzt.

Laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ soll das angedachte Flugzeug mit 200-250 Sitzen zwischen der 737 und dem 787-Dreamliner angesiedelt sein. Dass dafür die Pläne des „New Mid Market Airplane (NMA)“ zum Einsatz kommen, über die vor der 737 MAX- und der Coronakrise in der Branche so ausgiebig spekuliert wurde, ist äußerst unwahrscheinlich.




Patrick Zwerger

Ein künftiges Flugzeug soll 200 bis 250 Personen Platz bieten und einen Mittelgang besitzen. Größentechnisch würde sich das ziemlich genau an der Boeing 757 orientieren.

Nur ein Kabinengang statt zwei

„Wir werden bei einem neuen Flugzeug mit einem weißen Blatt Papier anfangen“, warf Dave Calhoun diese Option bei seinem Amtsantritt über Bord. Auch das politische Klima hat sich seit den Anfängen des NMA verändert: zumindest in Europa erwarten Regierungen Umweltfreundlichkeit als oberste Priorität bei der Entwicklung eines neuen Flugzeuges. Andere Techniken müssen also her als solche, die seit Jahren in der Schublade schlummern. Nach Informationen des „Wall Steet Journal“ hat Boeing das für das NMA angedachte Konzept eines Flugzeugs mit zwei Gangreihen verworfen – jede Neuentwicklung in diesem Segment soll konventionell mit einem Mittelgang konstruiert werden.



MAX Family in 4-81 factory -7, -8, & -9


Boeing

Die 737 MAX wird definitiv die letzte 737-Generation sein. Was kommt danach? Und wann?

Alternative zur 737 MAX?

Boeing steckt wegen der 737 MAX bereits vor Corona in einer tiefen Krise – und kann sich die teure Entwicklung eines neuen Jets eigentlich derzeit kaum leisten. Dass Calhoun offenbar doch dazu bereit ist, könnte darauf hindeuten, dass das Management nicht mehr an die heilsame Wirkung der Wiederzulassung der 737 MAX glaubt. Selbst wenn Airlines das Flugzeug noch abnehmen, gilt es, das Vertrauen der Passagiere zurückzugewinnen. Keine leichte Aufgabe nach zwei Abstürzen und all den Fehlern in der Entwicklung, die im Zuge der Ursachenforschung ans Licht gekommen sind. Zudem gilt die 737-Grundkonstruktion mit der 737 MAX endgültig als ausgereizt – jeder Nachfolger wird eine Neuentwicklung.




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