Akbar Al Baker, CEO von Qatar Airways, gilt nicht als A380-Fan. Diesen Eindruck bestätigte der Airline-Chef jüngst, indem er Mitbewerber, die den Riesenjet aktuell einsetzen, als „sehr dumm“, abkanzelte. Der Blick von Al Baker richtet sich vor allem nach Dubai.

Für Akbar Al Baker ist die Sache klar: Auf absehbare Zeit wird seine Fluggesellschaft Qatar Airways keinen einzigen ihrer zehn Airbus A380 aus dem Dornröschenschlaf zurückholen. Anders als Konkurrent Emirates aus Dubai sieht Al Baker für das größte Passagierflugzeug der Welt keinen Markt, den es zu bedienen gälte. „Wir glauben nicht, dass wir unsere A380 in den nächsten Jahren betreiben werden“, sagte Al Baker am Montag bei einer Onlinekonferenz. Eine Rückkehr des Riesen in den Qatar-Flugbetrieb scheint für 2021 ausgeschlossen, für 2022 im besten Fall unwahrscheinlich. Erst bei einer Rückkehr der Wachstumsraten vor der Krise könne man wieder über die A380 nachdenken, so Al Baker.




Airbus

2014 übernahm Akbar Al Baker (links) in Toulouse die erste A380 vom damaligen Airbus-Chef Fabrice Brégier.

Drei Airlines setzen A380 ein

Weltweit sehen nicht alle Airlines das Schicksal ihrer Doppelstock-Riesen derart schwarz wie der Qatar-Chef. So setzt China Southern aus Guangzhou ihre A380 bereits seit Ende März wieder ein und hat inzwischen alle fünf Maschinen reaktiviert. Korean Air fliegt ausgewählte Strecken ebenfalls mit der A380. Und natürlich schickt auch Emirates einen Teil seiner 115 Flugzeuge starken A380-Flotte wieder durch die Welt. Seit Kurzem sind an Bord der Emirates-Jets sogar die Bar und die Duschen in der First Class wieder offen. Für Emirates ist die A380 nach wie vor ein Prestigeobjekt, das zahlreiche Passagiere dazu animiert, überhaupt einen Flug mit Emirates zu buchen.




Airbus

Qatar Airways besitzt zehn A380. Sie werden frühestens 2022 an den Himmel zurückkehren – wenn überhaupt.

Weder nachhaltig noch profitabel

Diese Sicht der Dinge wiederum treibt Qatar-Chef Al Baker auf die Palme. Airlines, die in diesen Zeiten die A380 einsetzen, seien „sehr dumm“, so Al Baker. Mit dem viel zu großen Flugzeug würden sie ein Überangebot an Sitzen schaffen und somit eine Erholung des Marktes torpedieren. Die A380 sei im Betrieb weder nachhaltig noch profitabel, vor allem, wenn man sie nicht füllen könne. Dass angesichts dieser Haltung überhaupt irgendwann wieder Qatar-A380 am Himmel zu sehen sind, scheint wenig wahrscheinlich. Bereits vor der Krise hatte Qatar Airways angekündigt, 2024 mit der Ausflottung ihrer Superjumbos zu beginnen. Dann werden die ersten der zehn A380, die Qatar besitzt, zehn Jahre alt.


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