Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen forciert ihre Bemühungen, die Nutzung von Drohnen weiter in NRW zu etablieren. Nachdem Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) Anfang September das bevölkerungsreichste Bundesland zu künftigen „Heimat für Mobilität in der dritten Dimension“ erklärte (wir berichteten), legte nun Innenminister Herbert Reuel nach. Bei einem Pressetermin in Neuss kündigte der CDU-Politiker an, dass die Polizei in NRW ab kommendem Jahr mit insgesamt 106 Drohnen ausgestattet werden soll. Bis zu 276 Beamte werden dann neben ihren bisherigen Aufgaben auch als Fernpiloten eingesetzt.

Der Entscheidung vorausgegangen war ein mehrmonatiger Probebetrieb, währenddessen das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) zusammen mit dem Landeskriminalamt (LKA), dem Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) und zehn Kreispolizeibehörden die Drohnen getestet hatten. „Wir haben festgestellt, dass die Drohnen gerade bei der Dokumentation schwerer Unfälle sehr hilfreich sind. Musste eine Autobahn bisher für die Unfallaufnahme bis zu vier Stunden gesperrt werden, sind die Arbeiten jetzt oft schon innerhalb von einer Stunde abgeschlossen“, so Thomas Roosen, Direktor des Landesamtes für Zentrale Polizeiliche Dienste. 

„Wir haben einzelne Aufgabenbereiche identifiziert, in denen es besonders sinnvoll ist, Drohnen zu nutzen. Sollte sich weiterer Bedarf ergeben, werden wir auch das in unsere Planungen einbeziehen“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reuel. „Drohnen machen die Arbeit der Polizei an vielen Stellen einfacher und erweitern ihre Möglichkeiten – gerade, wenn es um die Verfolgung von Tätern, die Aufklärung und Beweissicherung von Straftaten oder die Aufnahme von Verkehrsunfällen geht.” Ab 2021 wird das LZPD daher die 16 Kriminaltechnischen Untersuchungsstellen (KTU), die Tatortvermessungsgruppe des Landeskriminalamtes sowie die Bereitschaftspolizei mit 76 Drohnen ausstatten. In einem zweiten Schritt erhalten die Verkehrsunfallaufnahme-Teams der Kreispolizeibehörden 30 Drohnen. Derzeit werden noch zahlreiche Fernpilotinnen und Fernpiloten fortgebildet, insgesamt sollen künftig bis zu 276 von ihnen landesweit im Einsatz sein. Die Drohnen können – ähnlich wie ein Hubschrauber – bei Bedarf von den verschiedenen Behörden angefordert werden.

Foto: IM NRW/Caroline Seidel

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