Etihad besitzt zehn Airbus A380. Keiner davon hat seit Mitte März Passagiere tranportiert. Mit Blick auf neue Flugplandaten wird das auch so bleiben: dort taucht die A380 nämlich nicht mehr auf. Mit einer Rückkehr wird frühestens Ende 2021 gerechnet. Oder gar nicht.

Erst war es nur eine Flugpause bis 30. Juni: Mitte März, als die Corona-Pandemie weltweit Fahrt aufnahm und der Flugverkehr zusammenbrach, stellte auch Etihad, wie fast alle A380-Betreiber, ihre Superjumbos vorübergehend ab. Seitdem verschob die Golf-Airline das Comeback ihres Flaggschiffs immer weiter nach hinten, nahm die A380 stets einen bis zwei Monate im Voraus aus der Planung. Mit Beginn des Winterflugplans macht Etihad nun Nägel mit Köpfen: Die A380 ist dort nicht mehr aufgeführt. Und auch im Sommer 2021 plant Etihad nicht mit dem „Doppeldecker“.




Patrick Zwerger

Vor Corona flog Etihad mit der A380 nach London, New York, Paris, Seoul und Sydney. Diese Ziele sollen bis auf Weiteres von Boeing 777 und 787 (Bild) übernommen werden.

Keine Rückkehr vor Ende 2021

Die Zukunft der A380 bei Etihad ist damit ungewisser denn je. Die Airline hat mittlerweile bestätigt, dass man über die Reaktivierung der Teilflotte erst dann nachdenke, wenn es die Nachfrage auf den entsprechenden Strecken erlaube. Wann dies der Fall sei, könne man derzeit noch nicht sagen. Für die kommenden elf Monate rechnet Etihad jedenfalls definitiv nicht damit.


Corona-Grounding: A380 am Boden


Emirates Airbus A380

Zwei Triebwerke zu viel

Schon in den vergangenen Monaten schien das Verhältnis zwischen Etihad und der A380 zumindest ambivalent. Gerüchten, man plane bereits die Ausmusterung des Riesenjets, entgegnete die Airline Ende Mai, die A380 sei nach wie vor ein wichtiger Teil der Etihad-Flotte. Vier Monate später, Ende September also, malte Etihad-Chef Tony Douglas die Zukunft der Etihad-A380 bereits in deutlich dunkleren Farben: Zwar sei ihr Schicksal noch nicht entschieden, es sehe aber generell nicht gut aus. Die A380 sei „stark behindert“ durch den Umstand, dass sie schlicht „zwei Triebwerke zu viel“ besitze. „Andere Flugzeuge können den Job sehr viel effizienter und nachhaltiger erledigen“, so Douglas.