FAA-Chef Steve Dickson hat sich am Mittwoch persönlich ans Steuer einer modifzierten Boeing 737 MAX 7 gesetzt, um die Boeing-Änderungen seit der Absturzserie persönlich zu überprüfen.

Steve Dickson, einst beruflich 737NG-Verkehrspilot, startete als Kapitän einer Boeing 737 MAX 7 in Boeing-Farben am Mittwoch vom Boeing-Flugtestzentrum am Stadtflughafen Boeing Field in Seattle zu einer rund zweistündigen Überprüfung nach Moses Lake und zurück. Flug BOE701 erreichte dabei 15400 Fuß Höhe (4700 Meter) und 410 Knoten (760 km/h) Geschwindigkeit. Er bewegte sich also nicht in großer Höhe im typischen Reiseflugbereich, sondern blieb gezielt im niedrigeren Flugbereich von An- und Abflügen und in dichtern Luftschichten.


Das sägezahnartige Höhenprofil des Fluges deutet darauf hin, dass Dickson, wie zuvor bereits Boeing-Testpiloten und Testpiloten von FAA, EASA und Transport Canada, gezielt und mehrfach Langsamflüge bis hinunter auf 136 Knoten (250 km/h) bis zum Eingreifen der Schutzautomatik MCAS provoziert hat.


Beim manuellen Fliegen mit eingefahrenen Klappen verhindert MCAS, dass sich das Flugzeug im extremen Langsamflug beim Schubgeben unerwartet aufbäumt. Das automatische Schutzsystem verstellt die Höhenrudertrimmung und zwingt die Nase des Flugzeugs damit nach unten.


Bei zwei Abstürzen der MAX mit 346 Toten war die Automatik jedoch irrtümlich immer wieder neu angesprungen und hatte das Flugzeug schließlich in einen nicht mehr beherrschbaren Trimmzustand gebracht. Boeing hat nun die Folge der Eingriffe begrenzt, die Cockpitanzeigen verbessert und besseres Training für die Piloten entwickelt. Diese Änderungen liegen nun zur Bewertung bei den Luftfahrtbehörden. Nur mit deren grünem Licht darf die derzeit für Passagierflüge weltweit gesperrte MAX wieder den kommerziellen Dienst aufnehmen.


Derzeit gilt eine behördliche Wiederfreigabe der 737 MAX im November als möglich. Danach müssten hunderte Flugzeuge entsprechend den behördlichen Vorgaben umgerüstet und die Piloten entsprechend trainiert werden. Angeblich werden die Luftfahrtbehörden statt der künftig zwei parallel ausgewerteten Anstellwinkelgeber an Bord noch einen dritten, synthetisch aus den Bordsystemen erzeugten, Vergleichswert fordern. Diese Änderung soll angeblich zunächst in die Boeing 737 MAX 10 eingebaut werden und dann binnen zwei Jahren in der gesamten 737-MAX-Flotte und in allen Versionen nachgerüstet werden.


Dickson sagte bei einer Pressekonferenz nach dem Flug, er sei mit dem Flugverhalten zufrieden. Für abschließendes grünes Licht sei es aber noch zu früh. Er warte auf das Urteil seiner Behörde.




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