Der gläserne Quax-Hangar am Flughafen Paderborn ist um eine Attraktion reicher. Am Samstag, den 26. September, wurde die Junkers Ju 52 D-AQUI in ihre neue Heimat gebracht. Zerlegt auf mehreren Tiefladern.

Gespannt blicken die wenigen Besucher am vergangenen Samstag, den 26. September 2020, in östliche Richtung. Am Seiteneingang zum Flughafen Paderborn rollen mehrere Tieflader mit einer ganz besonderen Fracht auf das Gelände. Langsam kommt das neuste und lang ersehnte Exponat der Quax Flieger in Sicht. Es ist eine alte Bekannte: die Junkers Ju 52 D-AQUI der Deutschen Lufthansa Berlin Stiftung.


Die weltweit bekannte Passagiermaschine aus den 1930er Jahren findet hier im gläsernen Hangar ihre vorerst letzte Ruhe nach einer fast zweijährigen Odyssee.


„Wir haben uns im Vorfeld verschiedene potenzielle Ausstellungsorte angesehen und uns am Ende für die Quaxe und ihren Standort in Paderborn entschieden“, erzählt Wolgang Servay von der Deutschen Lufthansa Berlin Stiftung (DLBS).


Unter dem Beifall der anwesenden Vereinsmitglieder erhob sich die D-AQUI am Kran hängend vom Tieflader und wurde vorsichtig vor dem Hangar abgesetzt, um mit vereinten Kräften hineingeschoben zu werden. Die Tragflächen, die auf zwei weiteren Tiefladern angeliefert wurden, stehen im Nachbarhangar.



Philipp Prinzing

Langsam wird die Ju vor dem Hangar abgesetzt.

Kronjuwel der Ausstellung

Der Quax-Verein übernimmt damit, nachdem er bereits die Do 27 und die Bf 108 der Stiftung betreibt, das Kronjuwel der DLBS.


In mehr als 30 Jahren hat die Ju 52 von Lufthansa rund 250.000 Fluggäste an Bord gehabt. Annähernd 11.500 Flugstunden war die Ikone seit 1986 in Europa unterwegs. Lufthansa hatte damit über Jahrzehnte ein Alleinstellungsmerkmal unter den kommerziellen Airlines im Betrieb von historischem Fluggerät eingenommen. Die Dreimot war immer ein Highlight auf Flugtagen und mit ihren Rundflügen in ganz Deutschland ein bekanntes Bild am Himmel über Deutschland.


2015 kam es zu einem ersten Grounding, da Schäden am Mittelholm festgestellt wurden. Eine lange, aufwendige und kostspielige Reparatur folgte. Im Jahr 2018 konnte die mittlerweile 83 Jahre alte Grand Dame der deutschen Luftfahrt den Flugbetrieb wieder aufnehmen. Doch nicht lang, denn nach dem Absturz der HB-HOT in den Schweizer Alpen entschloss sich die Lufthansa Führung, dass der Wellblech-Sympathieträger nicht mehr fliegen soll und entzog der Stiftung die finanzielle Unterstützung. Demontiert wurde die Maschine auf dem Landweg von München nach Hamburg gebracht und dort erstmal eingelagert. Doch auch dort blieb sie nicht lang und wurde nach Bremen in einer Halle zwischengelagert, bis sie nun endlich an ihrem finalen Ausstellungsort eingetroffen ist.


Mit vereinten Kräften möchte man nun die Rollfähigkeit unter eigener Kraft wiederherstellen und somit die Möglichkeit haben, die D-AQUI zu ausgewählten Events am Boden rollen zu lassen. Eine tolle Möglichkeit diesen Klassiker der Luftfahrtgeschichte weiterhin für die Nachwelt zu erhalten.




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