Als im März der weltweite Passagierverkehr fast gänzlich zum Erliegen kam, begannen viele Airlines, mit ihren Linienjets auf reine Frachtflüge umzusatteln. Auch United nutzte diverse Flugzeuge als Behelfsfrachter – 5000 Cargo-Flüge kamen so bislang zusammen.

Rund die Hälfte des weltweiten Warenbedarfs, der auf dem Luftweg transportiert wird, reist im Bauch von Passagierflugzeugen mit. Diese Aufteilung galt jedenfalls bis Mitte März 2020. Doch seitdem ist kaum mehr etwas, wie es vorher war, denn die Corona-Pandemie hält den Flugverkehr nachhaltig in Schach. Zwar ist es seit dem Frühjahr, als fast gar nichts mehr ging, wieder etwas voller geworden am Himmel. Von einem Normalbetrieb aber kann keine Rede sein.




United

United nutzt seit dem 19. März einige ihrer Boeing 777 und 787 für reine Frachtflüge.

Fracht statt Paxe

Das ist auch für das Frachtgeschäft ein Problem. Denn wo Passagierflüge wegfallen, versiegt im schlimmsten Fall der Warenfluss. Deshalb begannen viele Airlines vor einem halben Jahr damit, mit Passagierflugzeugen reine Frachtflüge anzubieten. Dazu nutzten sie einerseits wie gehabt die Unterdecks der Linienmaschinen, stopften außerdem aber auch jede Menge Pakete in die Passagierkabinen. Manche Fluglinien bauten die Sitze einzelner Jets sogar gleich ganz aus, um auf diese Weise mehr Platz für Cargo zu schaffen.




United

Außer im Frachtraum werden Pakete auch auf Sitzen und in Gepäckfächern in der Kabine transportiert.

1100 Mal ohne Passagiere über den Atlantik

Seit dem 19. März bietet auch United Airlines mit ausgewählten Boeing 777 und 787 reine Frachtflüge an, um den Transport wichtiger Güter zwischen den Drehkreuzen in den USA und zu wichtigen internationalen Zielen zu gewährleisten. Dass sechs Monate später auf diese Weise 5000 reine Frachtflüge zu Buche stehen würden, hätte wohl selbst Jan Krems, Chef von United Cargo, im März noch nicht erwartet. Mehr als 83000 Tonnen Fracht beförderte Krems‘ Airline auf diesen Flügen. 22000 Tonnen davon gingen nach Übersee: Über 1100 Mal flogen United-Maschinen in Cargo-Mission über den Atlantik und steuerten Frankfurt, Zürich, Amsterdam, Brüssel, London, Mailand, Mumbai, Rom und Tel Aviv an. „Die vergangenen Monate haben uns Herausforderungen beschert, wie ich sie in den mehr als 30 Jahren, die ich in der Luftfracht und Logistik tätig bin, noch nicht erlebt hatte“, unterstreicht Krems die beispiellose Situation. „Ich bin sehr stolz auf unsere Teams, denen es auch in dieser Zeit gelungen ist, unseren Kunden besten Service zu bieten und den Transport wichtiger Waren zu gewährleisten.“


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