Rolls-Royce Deutschland soll die In-Service-Unterstützung des T-55-Triebwerks von Honeywell übernehmen, falls der CH-47 Chinook als neuer schwerer Transporthubschrauber der Luftwaffe ausgewählt wird.

Mit dieser Erweiterung seines deutschen Industrieteams kontert Boeing die Konkurrenz von Sikorsky. Beim T408-Triebwerk des CH-53K war MTU Aero Engines von Beginn an für die Entwicklung und Fertigung der Nutzturbine des T408 verantwortlich und mit 18 Prozent am Gesamtprogramm beteiligt. Das Unternehmen würde auch die Wartung übernehmen.


Im Rahmen der am Freitag offiziell verkündeten Vereinbarung wird Honeywell Aerospace Rolls-Royce Deutschland als seinen Partner in Deutschland lizenzieren, die Depotwartung des von der Luftwaffe betriebenen Chinook-Triebwerks T-55-714A durchzuführen. „Unsere langjährige, enge Beziehung zu Honeywell wird von Anfang an eine erstklassige In-Service-Betreuung der Triebwerke des H-47 Chinook der Bundeswehr sicherstellen“, sagte Dr. Holger Cartsburg, Geschäftsführer von Rolls-Royce Deutschland.


Rolls-Royce erbringt bereits seit Jahrzehnten umfassende Dienstleistungen für eine Vielzahl von Triebwerken der Bundeswehr, darunter das T53 von Honeywell (UH-1D). Wie genau die Arbeiten am T-55 zwischen den Standorten Oberursel und Dahlewitz aufgeteilt würden, wird derzeit noch untersucht. Eine „gemischte Lösung“ sei wahrscheinlich, hieß es. Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Nähe von Dahlewitz zum geplanten STH-Hauptstandort in Holzdorf (Fahrtstrecke 90 Kilometer).


Entsprechend der STH-Ausschreibung ist der Hersteller voll für die Betreuung des neuen Schwerlasthubschraubers verantwortlich, inklusive einer Präsenz vor Ort. Das Personal der Luftwaffe wird nur die täglichen Routinekontrollen bis hin zu den 25-Stunden-Checks übernehmen, heißt es.


Boeing betont bei seinem Chinook-Angebot die im Vergleich zur Konkurrenz geringen Beschaffungs- und Betriebskosten. Da diverse NATO-Partner wie die Niederlande oder Großbritannien ebenfalls den Chinook nutzen ergäben sich Vorteile bei der Logistik, so der Hersteller.


Honeywell sieht das seit fast 60 Jahren gebaute und immer wieder modernisierte T55 als kostengünstiges und zuverlässiges Triebwerk. Mehr als 6000 wurden bisher produziert, die rund 12 Millionen Betriebsstunden absolviert haben.


Das STH-Projekt „strebt die parlamentarische Behandlung der 25 Mio. Euro-Vorlage zum Vertrag für März 2021 an“, so der jüngste Rüstungsbericht des Verteidigungsministeriums. Die Anbieter gehen daher davon aus, dass die Entscheidung noch von der aktuellen Regierung gefällt wird.




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