Der US-Auslandsgeheimdienst, Central intelligence Agency, ist seit seiner Gründung im Jahr 1947 immer wieder durch militärische Einsätze aufgefallen. Während des Vietnamkriegs griffen, als „Air America“ getarnt, CIA-Einheiten ins Kampfgeschehen ein.

Bereits während des Zweiten Weltkriegs setzte die amerikanische Regierung auf einen Nachrichtendienst für die Beschaffung von Informationen, die Unterstützung von Partisanen oder psychologische Kriegsführung. Zwischen 1942 und 1945 war es das Office of Strategic Services (OSS), welches diese Aufgaben übernahm, zwischen 1945 und 1947 die Nachfolgeeinheit Central Intelligence Group und seit dem 18. September 1947 die Central Intelligence Agency, kurz CIA.


„Special Forces“

Während des Koreakriegs (1950 bis 1953) war die CIA für die gesamten nachrichtendienstlichen und militärischen Einsätze hinter den feindlichen Linien zuständig. Der gewünschte Erfolg blieb jedoch aus, und viele der Einsätze gingen desaströs aus. Daher wurden auf Seiten des Militärs die „Special Forces“ gegründet, die für unkonventionelle Kriegsführung zuständig waren und die Schnittstelle zwischen Militär und CIA bildeten.


Etliche geheime Missionen

Während des Vietnamkriegs leiteten die Mitarbeiter der CIA etliche geheime Missionen in Kambodscha, Laos, Nordvietnam und auf dem Gebiet Südvietnams. Zu diesen Einsätzen zählten auch die verdeckten Operationen der amerikanischen Fluggesellschaft Air America. Diese von der CIA kontrollierte Firma war aus der Airline Civil Air Transport (CAT) hervorgegangen. Die CAT hatte bereits im Zweiten Weltkrieg, unter Leitung von Major General Claire Lee Chennault, Flüge an der chinesischen Front durchgeführt. 1949 wurde das bankrotte Unternehmen verdeckt von der CIA übernommen, und von 1959 bis 1962 unterstützte die Air America die Ausbildung laotischer Kämpfer.



US Army Archive

Inoffiziell: Auch die Pilatus Porter der „BirdAir“, die zur Firma Bird & Sons gehörte, wurden von CIA-Mitarbeitern in Vietnam genutzt.

Ausschließlich amerikanisches Personal

Zwischen 1962 bis 1975 war ausschließlich amerikanisches Personal dort beschäftigt; zu ihren Aufgaben gehörtennun auch Evakuierungs-, Aufklärungs- und Rettungsflüge. Zur Hochzeit zählte die Airline über 300 Mitarbeiter, sie betrieb 24 zweimotorige Transportflugzeuge, 24 STOL-Flugzeuge (Pilatus Porter) und rund 30 Hubschrauber. Zur Helikopterflotte gehörten natürlich auch die bekannten Bell UH-1H.


Besonderer Zwischenfall

Mit diesen ereignete sich 1968 ein besonderer Zwischenfall. Am Morgen des 12. Januar hoben auf einer nordvietnamesischen Basis vier Antonow An-2 ab und flogen auf direktem Weg nach Laos. Ihr Ziel war die Zerstörung einer Radaranlage der US Air Force, die für die Zielführung der amerikanischen Bomber zuständig war. Diese als „Site 85“ bekannte Anlage lag auf dem 1768 Meter hohen Berg Phou Pha Thi. Von dort sollten auch von der CIA gesteuerte Hmong-Truppen eingesetzt werden. Beschützt wurde die „Site 85“ von Air America.


Schwerfällige Antonows

Die Antonows erreichten ihr Zielgebiet am frühen Nachmittag und begannen ihren Angriff. Air-America-Captain Ted Moore flog eine bewaffnete Huey, als er den Angriff bemerkte und nahm sofort die Verfolgung auf. „Es sah aus wie ein Angriff aus dem Ersten Weltkrieg, als die schwerfälligen Antonows über dem Berg kreisten“, berichtete Moore später. Die Bell konnte problemlos mit der An-2 mithalten, und Moores Begleiter Glenn Woods eröffnete das Feuer auf den abfliegenden Doppeldecker. Ironisch an der Sache ist, dass Woods für den Beschuss eine sowjetische AK-47 (Kalaschnikow) nutzte.




via Quax

Die Antonow An-2 ist groß, behäbig und langsam – für die Huey der Air America ein dankbares Ziel.

Angriff auf „Site 85“

Die ganze Szene dauerte 20 Minuten, bis plötzlich eine weitere Antonow unter dem Hubschrauber auftauchte. Erst dann ließen die Air-America-Piloten von der ersten Maschine ab. Sie konnten beobachten, wie beide Antonows in bewaldetes Gebiet stürzten. Noch über Funk verständigten sie ein CIA-Bodenteam, das die Absturzstelle untersuchen sollte. Dieses stellte fest, dass die MG-Treffer aus der Huey mit für die Abstürze verantwortlich waren. Hinzu kamen Treffer von Flugabwehrgeschützen. Der Angriff auf „Site 85“ an diesem Tag war kein großer Erfolg gewesen, doch nur zwei Monate später legten nordvietnamesische Einheiten den Berg und die Einrichtung in Schutt und Asche und sorgten für einen der schlimmsten und verlustreichsten Tage der US Air Force während des gesamten Kriegs.


In Drogenhandel verwickelt

Die Air America existierte noch bis zum 30. Juni 1976, doch erlangte sie in den letzten Jahren eher zweifelhaften Ruhm dadurch, dass sie im großen Stil als Transporteur in den Drogenhandel verwickelt war. Die Airline brachte das von Bergvölkern angebaute Opium und das daraus raffinierte Heroin außer Landes. Die CIA finanzierte, wie vorher schon die Franzosen, die verbündeten und meist informellen Armeen, die wiederum das Opium anbauen ließen.


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