EASA will Boeing 737 MAX in Kanada testen

Ab dem 7. September testet Europas Luftfahrtbehörde EASA Boeings Modifikationen für die 737 MAX im Flug. Wegen der Corona-Behinderungen hat die Behörde diese praktischen Testflüge aus den USA ins benachbarte Kanada verlegt, nach Vancouver.

Auch die den Testflügen mit den gleichen Modifikationen vorausgehenden Simulatortests fänden nicht in den USA statt, teilte die EASA mit. Hierzu nutze sie Boeings europäisches MAX-Simulatorzentrum in London-Gatwick, so die Behörde. In Gatwick tage auch ab dem 14. September das „Joint Operations Evaluation Board“ mehrerer Luftfahrtbehörden, die dann entschieden, ob sie mit den jetzigen Modifikationen zufrieden seien.


Laut EASA habe die Behörde in ständiger Zusammenarbeit mit der FAA und mit Boeing ausreichende Fortschritte erzielt, um nun praktische Flugtests mit der modifizierten Boeing 737 MAX anzusetzen. Zwar habe Boeing noch „einige abschließende Maßnahmen zu vollenden“, so die EASA, die Gesamt-Ausgereiftheit des Veränderungsprozesses sei aber für den Beginn des nächsten Schritts ausreichend. Die Flugtests seien eine Voraussetzung, um über die Wiederzulassung entscheiden zu können. Man wollle eine baldige Wiederzulassung möglich machen, allerdings nur, wenn man von der völligen Sicherheit überzeugt sei.


Der Arbeitsprozess mit FAA und Boeing sei durch die COVID-19-Maßnahmen und Reisebeschränkungen zwischen Europa und den USA behindert worden. Deswegen weiche man mit den Flugtests ab dem 7. September nach Vancouver in Kanada aus. Es liegt nördlich von Seattle an der Pazifikküste und ist aus Seattle, wo sich die Boeing-Flugtestzentrale mit dem Testflugzeug und dessen Telemetrieabteilung befindet, in wenigen Flugminuten erreichbar.


Die FAA und Kanadas Luftfahrtbehörde hatten die seitens Boeing modizierte 737 MAX bereits praktisch im Flug gestestet. Bei den Modifikationen geht es um verbesserte Anzeigen der Anstellwinkelgeber, von denen nun immer zwei zugleich genutzt und verglichen werden, und eine andere Eingriffslogik der Anstellwinkelschutzautomatik MCAS, die nun nur noch einmal pro Auslösung eingreift und nicht mehr in endloser Folge, wie bei den beiden MAX-Abstürzen in Indonesien und Äthiopien.


Angeblich fordert die EASA noch die Nachrüstung eines dritten Anstellwinkelgebers, um die Meßzuverlässigkeit noch besser bestätigen zu können. Dabei könnte aber, statt einer klassischen Sonde, zum Vergleich auch ein errechneter Wert genutzt werden, den die elektronischen Bordsysteme des Flugzeugs ohnehin ständig generieren. Angeblich wäre die EASA auch bereit, eine erst mittelfristige Nachrüstung der MAX-Flotte mit dieser Zusatzsicherung zu akzeptieren, so dass die MAX-Flotte bei einer Freigabe nicht gleich wieder neu gegroundet werden müsste.




UAV DACH: Beitrag im Original auf https://www.flugrevue.de/zivil/behoerde-weicht-aus-seattle-nach-vancouver-aus-easa-will-boeing-737-max-in-kanada-testen/, mit freundlicher Genehmigung von FLUG REVUE automatisch importiert. Der Beitrag gibt nicht unbedingt die Meinung oder Position des UAV DACH e.V. wieder. Für die Inhalte ist der UAV DACH e.V. nicht verantwortlich.