Die Iljuschin Il-96 war kein Verkaufsschlager – nur 30 Stück wurden gebaut. Als letzte kommerzielle Airline nutzt Cubana heute noch den russischen Großraumjet. In den vergangenen Monaten flogen die Kubaner damit sechsmal von Havanna nach Schanghai.

Wer heute noch eine Iljuschin Il-96 in Aktion sehen will, muss entweder nach Russland gehen – oder nach Kuba. Denn während in Russland noch eine Handvoll der exotischen Vierstrahler in Regierungsdiensten stehen, setzt Kubas staatliche Fluglinie Cubana als weltweit letzte kommerzielle Airline auf die Il-96-300. Vier Exemplare besitzen die Kubaner – mindestens zwei davon stehen seit einer gefühlten Ewigkeit jedoch eingemottet auf dem Flughafen José Martí in Havanna. Mit der CU-T1250 und der CU-T1251 waren Anfang 2020 nur zwei Il-96 aktiv. In diesem Zuge waren die Jets auch regelmäßige Gäste in Madrid und Paris-Orly.




Cubana

Die Il-96 mit der Kennung CU-T1250 beim Beldaden in Schanghai. Das Flugzeug kam im Jahr 2005 fabrikneu zu Cubana.

Im Auftrag der Regierung

Doch in Spanien und Frankreich sind die karibischen Iljuschins schon länger nicht mehr gelandet. Die Corona-Pandemie hat auch den Flugplan von Cubana durcheinandergewirbelt und führt die Airline in ungewohnte, weit entfernte Gefilde. So steuerte Cubana im Auftrag der Regierung in den vergangenen Monaten mehrfach von Havanna aus das Reich der Mitte an: Insgesamt sechs Mal flog die Airline mit der Il-96 nach Schanghai, um dort Hilfsgüter für den Kampf gegen Corona einzuladen. Den letzten Umlauf absolvierte die Il-96 mit der Kennung CU-T1250 – vom 12. bis zum 16. August. Am vergangenen Sonntag kehrte die Maschine nach Kuba zurück, beladen mit 23 Tonnen medizinischer Fracht, wie das Portal Cubadebate berichtet.



Mit zwei Zwischenstopps zurück nach Hause

Zwischen Havanna und Schanghai liegen Luftlinie rund 14000 Kilometer. Für moderne Langstreckenflugzeuge ist das eine lockere Nonstopstrecke, die Il-96 schafft diese Distanz allerdings nicht ohne Zwischenlandung. Daher flog die Cubana-Crew mit der CU-T1250 zunächst von Havanna nach Moskau-Wnukowo, um von dort aus Chinas zweitgrößte Stadt anzusteuern. Auf dem Rückweg nach Kuba legte die Il-96 gar einen zweiten Stopp in Gander (Neufundland) ein. Die finale Etappe nach Havanna legte die CU-T1250 dann in etwas mehr als viereinhalb Stunden zurück. Der kubanische Botschafter in China, Carlos Miguel Pereira Hernández, sprach den chinesischen Behörden anschließend im Namen Kubas seinen Dank für die Hilfe aus.


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