Wie andere Airlines hat auch Aeroflot einige dauergeparkte Flugzeuge wieder entpackt. Bei einem Superjet gingen die Techniker allerdings nicht sonderlich sorgfältig vor: Der Jet flog zwei Wochen lang mit Kieselgel in der Triebwerksverkleidung quer durch Russland.

In der Corona-Pandemie gingen auch die meisten Flugzeuge in einen Lockdown – einige Flotten harrten der Dinge im Parkmodus an ihren Heimatflughäfen, andere flogen zur langfristigen Einlagerung in trockene Gefilde. Für beide Arten der Stilllegung werden die Flugzeuge nach Herstellervorgaben speziell verpackt. Bei der Reaktivierung eines Superjet 100 sind einem Dienstleister von Aeroflot schwere, aber glücklicherweise folgenlose Fehler unterlaufen.



Superjet 100 für Aeroflot.


Aeroflot

Aeroflot ist mit Abstand der größte Betreiber des Suchoi Superjet, wird seine Exemplare im Rahmen einer Umstrukturierung aber alle an die Tochter Rossija abgeben.

Rückkehr nach zwei Monaten Zwangspause

Der Regionaljet mit der Kennung RA-89044 war vom 3. Mai bis zum 15. Juli eingemottet. Der erste Flug nach der Zwangspause führte den Superjet von Moskau nach Jekatarinburg. In den Tagen darauf absolvierte er weitere Passagierflüge und half Aeroflot bei der Wiederaufnahme eines regulären Linienflugprogramms.


Suchoi Superjet: Regionaljet made in Russia


Abgeklebte Ventile

Erst am 29. Juli entdeckte die Wartungsabteilung von Aeroflot bei einem Check die oberflächlich ausgeführten Entpackungsarbeiten zwei Wochen zuvor: unter der Triebwerksverkleidung fanden sich zum Korrosionsschutz eingelegte Kieselgel-Packs, mehrere Ventile waren laut einem Bericht von Rosaviatsia noch mit rotem Siegelband abgeklebt. Der Vorfall wird jetzt von der russischen Luftfahrtaufsicht untersucht.