Airbus stellt die Entscheidung über eine Langversion der A220 zurück. Die Entwicklung einer A220-500 hat in der Krise „keine Priorität“. In einem neuen Flugzeugmarkt könnte die Kompaktklasse trotzdem deutlich an Bedeutung gewinnen.

Air France, Korean Air und Air Baltic ließ der Gedanke an einen kompakten 160-Sitzer in Airbus-Qualität nicht los – die Rufe nach einer A220-500 wurden 2019 immer lauter. Ohne Luftfahrtkrise hätte Airbus dem Drängen vielleicht nachgegeben und in diesen Tagen die Entwicklung des Modells verkündet.


Nur zurückgestellt, nicht aufgegeben

Doch nun zwingt Corona das Projekt in die Warteschleife. Eine A220-500 „hat keine Priorität“, sagte Airbus Americas Chef Jeff Knittel in einem von „Aviation Week“ veranstalteten Webinar. „Wir achten sehr darauf, unser Geld zusammenzuhalten.“ Zwar stecke in der A220 weiterhin „Potenzial“ für eine Ausbaustufe.


Allerdings muss Airbus für die Post-Krisenstrategie das gesamte Modellportfolio im Blick behalten. Der Hersteller will einem gegen 2022 erwarteten Wiederhochlauf der aktuell auf 40 Flugzeuge pro Monat reduzierten A320neo-Produktion nicht das Wasser abgraben. Denn als A220-500 käme das Einstiegsmodell der A320 gefährlich nahe. Air France brachte eine A220-500 bereits als Nachfolger der A320ceo ins Spiel.


Weitere Investitionen in A220

Airbus hatte Anfang 2020 den A220-Konstrukteur Bombardier komplett ausgezahlt und hat Investitionspläne für das Programm auch in der Krise bekräftigt. Die Rate soll 2021 von fünf auf zehn Flugzeuge pro Monat steigen. Gegen 2025 will Airbus die A220 im 14er-Takt an den Werken in Mirabel und Mobile produzieren.




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