Beim ersten Versuch war sie glücklos, jetzt soll die Neuauflage zünden: Mit der Iljuschin Il-114-300 bringt Russland eine neue Generation des Turboprop-Airliners an den Start. Sie soll die veralteten Antonows ablösen – und im September endlich zum Erstflug starten.

Für den russischen Präsidenten Wladimir Putin besitzt die Il-114-300 einen besonderen Stellenwert. Denn noch immer sind die alten Antonow An-24 und An-26 auf Russlands Regionalflughäfen ein alltäglicher Anblick. Was die Nostalgiker freut, stellt die Airlines vor Probleme: Die Sowjetveteranen fliegen zunehmend dem Ende ihrer Lebenszeit entgegen – und Nachfolger werden dringend gesucht. Damit die russischen Provinzfluglininen dabei nicht auf westliches Gerät aus dem Hause ATR oder De Havilland zurückgreifen müssen, finanziert die Regierung die Entwicklung der Il-114-300 maßgeblich mit. Und die Ingenieure bei Hersteller UAC (United Aircraft Corporation) arbeiten mit Hochdruck daran, dass das Projekt zügig vorangeht.




Patrick Zwerger

Der Entwurf für die Il-114 stammt noch aus der Sowjetunion, doch die Neuauflage soll mit moderner Avionik und neuen Triebwerken punkten.

Auslieferung 2022?

Schenkt man den Worten von UAC-Generaldirektor Juri Sljusar Glauben, könnte diese Arbeit schon bald sichtbare Früchte tragen: Denn der Prototyp der Il-114-300, ausgerüstet mit dem neuen TW7-117SM-Triebwerk von Klimow, soll schon im September in Schukowski zu seinem Erstflug starten. Das teilte Sljusar Präsident Putin Anfang der Woche persönlich bei einem Treffen im Kreml mit. Das Flugzeug sei bereits fertig montiert und absolviere aktuell die ersten Bodentests, so Sljusar. „Nach unseren Plänen werden wir im September abheben.“ Anschließend soll die Flugerprobung anlaufen. Die Übergabe der ersten Serienflugzeuge wird für 2022 erwartet.




Iljuschin Il-114

Die veralteten Antonow An-24 leisten noch immer einen beachtlichen Teil der Flugverbindungen im russischen Hinterland. Die Regierung will sie durch neue russische Maschinen ersetzen.

Russisches Flugzeug für russische Bedingungen

Der UAC-Chef hob bei dem Treffen einmal mehr die besondere Bedeutung der Il-114-300 für die Zukunft des Luftverkehrs in Russland hervor. Mit Platz für 68 Passagieren und der Fähigkeit, bei jedem Wetter auch von Pläzen mit unbefestigter Landebahn und ohne nennenswerte Bodengeräte zu operieren, sei sie für ihre künftige Aufgabe bestens gewappnet. „Das Flugzeug ist sehr gefragt, es wird vor allem in schwer zugänglichen Regionen dringend gebraucht“, machte Sljusar klar. Die angepeilte Fertigungsrate ist dennoch überschaubar: UAC plant, jährlich bis zu zwölf Il-114-300 in Luchowizy bei Moskau zu bauen. Parallel dazu ist man bei UAC offenbar schon jetzt darauf bedacht, ein funktionierendes Kundendienstsystem für das Flugzeug zu etablieren. Das soll Probleme, wie man sie etwa beim Suchoi Superjet erlebte, von vornhherein verhindern.


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