Boeing hat heute in Seattle seine Quartalszahlen präsentiert – und dabei auch Stellung zu Gerüchten bezogen: Die Ära der 747 geht ein für alle Mal zu Ende, der Riesen-Twin 777X kommt erst 2022 – und auch die Dreamliner-Fertigung wird weiter zurückgefahren.

2022 ist Schluss. Für immer. Die Produktion der Boeing 747 wird nach Fertigstellung der letzten Exemplare für UPS eingestellt. Neue Aufträge für den legendären Jumbo Jet, so sie denn einträfen, wird Boeing nicht mehr annehmen. Damit zieht der Flugzeugbauer einen definitiven Schlussstrich unter sein wohl bekanntestes Modell, das mit seinem Erstflug im Jahr 1969 eine neue Dimension der Passagierluftfahrt eröffnete. Mehr als fünf Jahrzehnte später hat sich die Wirklichkeit jedoch radikal gewandelt. Die modernste 747-Variante, die 747-8, war als Passagierflugzeug ein Ladenhüter. Seit Jahren baut Boeing im Jumbo-Werk Everett nur noch Frachter. Und auch für diese blieben die Aufträge zuletzt überschaubar. Deshalb ist nach den noch ausstehenden zwölf Exemplaren für Paketriese UPS endgültig Schluss. Bei einer Fertigungsrate von 0,5 Flugzeugen pro Monat bedeutet das, dass der allerletzte Jumbo Jet im Jahr 2022 aus der Halle rollen wird.



777X erst ab 2022

Später als ursprünglich geplant kommt derweil auch der designierte Nachfolger der 747 auf den Markt: Mit dem weltgrößten Zweistrahler 777X will Boeing den zukünftigen Markt der Großraumjets entscheidend mitgestalten – doch angesichts der grassierenden Luftfahrtkrise ist die Nachfrage nach solch großen Flugzeugen massiv eingebrochen. Ohnehin hat das 777X-Programm nach anfänglichen Problemen Verspätung, statt 2020 sollten die Erstkunden Luftansa und Emirates ihre Flugzeuge 2021 erhalten. Nun ist klar, dass es noch später wird: Boeing teilte heute in Seattle mit, die erste Auslieferung einer 777X nicht vor 2022 anzustreben. Besonders traurig dürften die Kunden vor dem Hintergrund der aktuellen Lage darüber nicht sein.



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Boeing

Die Fertigung der 737 MAX soll langsam aber stetig hochgefahren werden.

Weniger Dreamliner, mehr 737 MAX

Weil viele Airlines derzeit eher versuchen, Liefertermine zu verschieben als möglichst schnell an neue Flugzeuge zu kommen, senkt Boeing auch die Produktionsrate der 787. Ab 2021 werden monatlich nur noch sechs neue Dreamliner entstehen – und damit nur noch halb so viele wie bisher. Dagegen soll die Fertigungsrate der 737 MAX bis Anfang 2022 schrittweise auf 31 Flugzeuge pro Monat hochfahren. Das nach wie vor gegroundete Krisenflugzeug wird seit Mai 2020 wieder auf Sparflamme gebaut. Insgesamt lieferte Boeing im zweiten Quartal nach eigenen Angaben 20 Flugzeuge aus. Der Umsatz der Zivilflugzeugsparte beträgt im genannten Zeitraum 11,8 Milliarden US-Dollar. Unter dem Strich stand letztlich ein Verlust von 2,4 Milliarden US-Dollar.


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