Qantas hat heute offiziell seine letzte Boeing 747 in die Wüste geschickt. Flug QF 7474 verließ Sydney am frühen Nachmittag (Ortszeit) Richtung Kalifornien – und zeichnete zum Abschied ein Känguruh in den Himmel über der Tasmanischen See.

Beim HARS Aviation Museum am Flughafen Illawara in New South Wales tummelten sich am Mittwochmittag die Schaulustigen: Alle wollten einen Blick auf die letzte Boeing 747-400 der Qantas werfen, die hier, aus Sydney kommend, mit einem letzten tiefen Überflug Abschied nehmen sollte von ihrer Heimat Australien. „Jeder, der kommen möchte, muss viel früher hier sein, um sicherzustellen, dass wir angesichts unserer COVID-19-Beschränkungen nicht zu viele Menschen haben“, hatte Museumschef Bob De La Hunty bereits im Vorfeld angemahnt. Und: „Es wird nur einen Vorbeiflug geben, da das Flugzeug voll mit Treibstoff für Los Angeles ist.“




Kambui (CC BY-SA 2.0)

Die VH-OEJ war eine der beiden 747-400, die den „Wunala Dreaming“-Sonderanstrich trugen.

Abschied mit Verspätung

Einige Kilometer weiter nördlich machte sich am frühen Nachmittag die Crew der 747-400ER mit der Kennung VH-OEJ startklar für den letzten großen Auftritt. Die 17 Jahre alte Maschine, sie trägt den klangvollen Namen „Wunala“, war die einzige Qantas-747, die nach dem offiziellen Aus für die Jumbo-Flotte noch in Sydney verblieben war. Um 15 Uhr, eine Stunde später als geplant, rollte die VH-OEJ nach dem finalen Pushback ein letztes Mal zum Start vom Kingsford Smith Airport in Sydney, der 17 Jahre lang ihre Heimat gewesen war. Einen Teil dieser Zeit hatte man den Vierstrahler in der legendären „Wunala Dreaming“-Sonderlackierung bewundern können. Doch das war lange her. Nun nahte unweigerlich die Stunde des Abschieds.




Qantas

Ihre erste Boeing 747 nahm Qantas im Jahr 1971 in Empfang.

„Wunala“ trifft „Canberra“

Als „Wunala“ rund zehn Minuten später abhob und entlang der Küste in 3000 Fuß Höhe Kurs auf das rund 100 Kilometer südlich gelegene HARS Museum in Shellharbour nahm, war allen Beteiligten klar, dass es kein Zurück mehr gab. Das Flugzeug sank kurz vor der Ankunft am Museum auf 1500 Fuß und grüßte mit dem letzten Vorbeiflug nicht nur die vielen Jumbo-Fans, die der fliegenden Ikone wehmütig zuwinkten, sondern auch die im Museum ausgestellte Schwestermaschine VH-OJA „City of Canberra“, die dort seit 2015 ihren Ruhestand genießt.

Überraschung zum Abschied

Viel zu schnell war die Show vorbei – doch anstatt wie angekündigt direkt Kurs auf Los Angeles zu nehmen, hatte die Crew der „Wunala“ noch eine allerletzte Überraschung in petto: Vor der Küste von New South Wales zeichnete sie ein übergroßes Känguruh in den Himmel – das Logo der vor 100 Jahren gegründeten Qantas. Auf Flightradar24 ließ sich das Schauspiel live beobachten. Inzwischen ist die VH-OEJ aber unweigerlich unterwegs nach Los Angeles. Mehr als 14 Stunden Flug liegen damit noch vor ihr.


Der endgültige Schlussakt folgt dann kurz danach: Von Los Angeles aus geht es in einem kurzen Hüpfer auf den Mojave Air & Space Port, wo das Flugzeug eingemottet wird. Nach fast fünf Jahrzehnten ist damit die Jumbo-Ära auch bei Qantas ein für alle Mal vorbei. In unserer Bildergalerie lassen wir die letzten 49 Jahrte noch enmal Revue passieren.


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