Neues europäisches Turboprop-Triebwerk für Drohnen

Der französische Hubschraubertriebwerkshersteller Safran Helicopter Engines und der deutsche Zulieferer ZF Luftfahrttechnik wollen gemeinsam eine Popellerturbine entwickeln. Sie zielt auf eine ganz bestimmte Anwendung ab.

Das neue Turboprop-Triebwerk namens Ardiden 3TP baut auf dem Ardiden-3-Kerntriebwerk von Safran Helicopter Engines auf, das im Avicopter AC352 und dem Kamow Ka-62 zum Einsatz kommt. ZF Luftfahrttechnik soll das Propellergetriebe und das Zusatzgetriebe entwickeln. Die beiden Unternehmen unterzeichneten am Dienstag einen entsprechenden Kooperationsvertrag. MT Propeller ist ebenfalls an dem Projekt beteiligt und soll den Propeller liefern.


Nach Angaben von Safran Helicopter Engines und ZF Luftfahrttechnik soll das Triebwerk für europäische Militäranwendungen entwickelt werden – „insbesondere für den unbemannten Bereich sowie Ausbildungs- und Transportflugzeuge“, heißt es in einer Pressemitteilung. Auch wenn die Unternehmensvertreter in einer Online-Pressekonferenz betonten, dass die EuroMALE-Drohne von Airbus, Dassault Aviation und Leonardo nur eine potentielle Anwendung sei, so scheint es doch sehr wahrscheinlich, dass das Ardiden 3TP auf die geplante europäische Militärdrohne abzielt.


Schon 2022 oder 23 könnte ein flugbereites Demonstratortriebwerk zur Verfügung gestellt werden, wenn die Eurodrohne die erste Anwendung wäre, so Florent Chauvancy, Vertriebsleiter von Safran Helicopter Engines. „Falls erforderlich, könnten wir wahrscheinlich auch früher fliegen“, sagte er bei der Pressekonferenz. Grundsätzlich käme das Ardiden 3TP auch für zivile Anwendungen in Frage, doch aufgrund der Krise, in der die Branche wegen der Corona-Pandemie steckt, seien in nächster Zeit keine Programmstarts zu erwarten.


Technologien aus Clean Sky 2

Das Ardiden 3TP liegt im Leistungsbereich von 1700 bis 2000 PS und soll für den Betrieb in mittleren und großen Höhen bis zu 45.000 Fuß (13.716 Meter) optimiert sein. Es basiert auf dem Demonstrator Tech TP von Safran Helicopter Engines, der seit Juni 2019 im Rahmen des Forschungsprogramms Clean Sky 2 getestet wird. Dabei werden Technologien validiert, um das ursprüngliche Wellentriebwerk Ardiden 3 in ein Turboprop zu konvertieren. Neu ist beispielsweise auch die digitale, autonome Triebwerks- und Propellerregelung FADEPC (Full Authority Digital Engine and Propeller Control), die sowohl Leistung als auch Propellersteigung steuert. Durch eine kompakte und leichte Architektur soll das Ardiden 3TP 15 Prozent weniger Treibstoff im Vergleich zu aktuellen Turboprops verbrauchen.


Das neue Turboprob-Triebwerk erfülle durch seine anpassungsfähige Architektur und eine flexible Geräteintegration die Anforderungen der Kunden mit Blick auf einfache Wartung und Instandhaltung, so Burkhard Siebert, Geschäftsführer von ZF Luftfahrttechnik. „Gleichzeitig stärken wir in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Bedeutung der europäischen Luftfahrtindustrie nicht nur durch den Aufbau industrieller Kernkompetenzen, sondern vor allem durch die Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen in Frankreich und Deutschland“, sagte Siebert.


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