Russslands neuer Zweistrahler MS-21-300 muss bei Hochgeschwindigkeits-Rollversuchen in Uljanowsk derzeit nachweisen, dass beim Rollen durch Wasserlachen kein Spritzwasser in die Triebwerke gelangt.

Die Irkut Corporation gab bekannt, dass die Rollversuche in der vergangenen Woche begonnen hätten. Dabei wird nachgewiesen, dass der Zweistrahler keine Probleme beim schnellen Rollen durch Wasserlachen bekommt, wie sie bei Starts und Landungen nach Regengüssen auftreten können.


Die Testreihe findet auf dem privaten Industrieflugplatz „Uljanowsk-Wostoschny“ statt. Das dortige Flugzeugwerk verfügt über eine eigene Start- und Landebahn, die nicht weniger als fünf Kilometer lang und 105 Meter breit ist. Auf dieser Riesenpiste wird ein völlig ebener Abschnitt von 70 Metern Länge und 20 Metern Breite mit kleinen Gummiwänden seitlich abgedichtet und mit Wasser befüllt.


Anschließend rollt das Flugzeug mit simulierter Start- oder Aufsetzgeschwindigkeit, also bis über 200 km/h schnell, und mit der jeweiligen Klappenkonfiguration durch die Lache. Dabei darf kein Spritzwasser direkt in die Triebwerke abgelenkt werden oder Strukturteile beschädigen. Aber auch Hydraulikleitungen, Scheinwerfer, Lüftungsöffnungen und Sonden dürfen in ihrer Funktion nicht durch die Wassermengen behindert oder gar beschädigt werden. Auch mit eingeschalteter Schubumkehr durchrollt der Twin im Rahmen der Testreihen die nur wenige Zentimeter hohe Wasserschicht.


Alle Rolltests werden von Kameras seitlich der Piste und an Bord aufgezeichnet, so dass Fachleute der Zulassungsbehörden und Ingenieure die Ergebnisse anschließend auswerten können.


Die Irkut MS-21 ist eine neu entwickelte, moderne Zweistrahlerfamilie für 130 bis 211 Passagiere aus Russland. Die Abkürzung steht für „Magistralny Samolyot 21 veka“, Hauptstreckenflugzeug für das 21. Jahrhundert. Bisher wurden vier Prototypen gebaut.



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