Mit Rückendeckung des Aufsichtsrats will TUIfly die Flotte verkleinern, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die Geschäftsführung habe das Mandat, möglichst schnell Verhandlungen mit den Betriebsräten und Gewerkschaften aufzunehmen, so das Unternehmen. TUI fly Geschäftsführer Oliver Lackmann erklärte: „… die TUI fly Flotte ist für die Kundenzahl unseres deutschen TUI-Reiseveranstalters zu groß. Wir müssen diese Flotte verkleinern und innerhalb der fünf Fluggesellschaften des Konzerns enger zusammen arbeiten. Sonst werden wir als Premium-Anbieter im Ferienflug den Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Fluggesellschaften noch weiter vergrößern“.

Der deutsche Flugmarkt war bereits vor der Corona-Pandemie von erheblichen Überkapazitäten und einem harten Preiskampf bestimmt, heißt es. Die Corona-Pandemie hat im Airline-Sektor zu starken Verwerfungen geführt, insbesondere für die Ferienflieger. Das reguläre Geschäft der TUI fly ist seit Mitte März vollständig zum Erliegen gekommen. Vorhersagen zufolge wird der Flugverkehr auch im kommenden Jahr noch deutlich unter dem Volumen des Jahres 2019 liegen.

„Die Flotte der TUI fly konnte vor Corona selbst in der Hochsaison nicht kostendeckend ausgelastet werden. In der Vergangenheit waren zwischen 14 und sieben Flugzeuge mit Crews dauerhaft an Air Berlin, später an Eurowings vermietet. Dies waren also Flugzeuge und Sitzplätze, die wir als Reiseveranstalter nicht mit eigenen Kunden belegen konnten. Die Lage ist nun infolge der Pandemie nochmals schwieriger geworden. Im langfristigen Interesse aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Airline – und im Interesse der TUI als Ganzes – müssen wir die TUI fly fit für die Zukunft machen“, so Lackmann.

Grundlage für die Verhandlungen mit den Sozialpartnern ist auch die bis Ende 2021 bestehende Beschäftigungssicherung, die für alle Gesellschaften der TUI Group in Deutschland mit dem Konzernbetriebsrat vereinbart ist. Sie schließt betriebsbedingte Kündigungen mit Wirkung vor Ende 2021 aus. „Unser Ziel ist es möglichst viele Arbeitsplätze bei der TUI fly langfristig zu sichern. Das wird jedoch nur gelingen, wenn wir die Größe der Airline auf ein gesundes und zukunftsfestes Maß anpassen. Wir werden die Interessen der Beschäftigten, des Flughafen-Standortes Hannover und der TUI als Ganzes in den Entscheidungen berücksichtigen. Wir stehen jetzt am Anfang, nicht am Ende der Verhandlungen über die Ausgestaltung des Umbaus, dessen Kern die angekündigte Anpassung der Flotte auf rund die Hälfte der heute 39 Flugzeuge ist“ sagte Lackmann.

Zudem sollen über alle fünf Fluggesellschaften des Konzerns zentrale Funktionen stärker zusammengeführt werden. In einem ersten Schritt werden die europäischen Airlines der TUI unter dem Dach einer Gesellschaft zusammengeführt. Diese zentrale Flug-Sparte für die Konzern-Airlines der TUI wird ihren Sitz in Hannover haben. Ein Abbau von Stellen ist bei der TUI fly in der Technik, Verwaltung sowie bei Crews vorgesehen, weil weniger Flugzeuge zum Einsatz kommen. TUI fly will sich künftig auf die Abflughäfen Hannover und Düsseldorf als die größten Flotten-Standorte sowie Frankfurt, München und Stuttgart konzentrieren.“

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