Die deutsche Luftwaffe wird bald neue Kampfflugzeuge kaufen. Dazu zählen aller Voraussicht nach auch einige Exemplare der EA-18G Growler – der EloKa-Version der F/A-18 Super Hornet. Aber was bedeutet „EloKa“ überhaupt – und was verbirgt sich hinter dem Begriff?

Drohnen, Waffensysteme, Kampfflugzeuge: Ihr Einsatz ist ohne Funk, Radar und satellitengestützte Positionsbestimmung undenkbar. In der Militärluftfahrt finden aber auch andere elektromagnetische Wellen wie Laser und Infrarot Anwendung. Den Luftstreitkräften (und dem Militär generell) stellt sich daher die Frage, wie sich die eigene Nutzung elektromagnetischer Wellen schützen lässt und der gegnerische Einsatz erschwert oder verhindert wird. Die entsprechenden Maßnahmen werden unter dem Begriff „Elektronische Kampfführung“, kurz EloKa, zusammengefasst.

Zwei Bereiche: Aufkkärung und Kampf

EloKa-Aktivitäten lassen sich unterteilen in Fernmelde- und elektronische Aufklärung sowie elektronischen Kampf. Ersteres, auf Englisch Signal Intelligence (SIGINT), beinhaltet das Abhören fremder Kommunikation sowie die Erfassung und Auswertung von Ortungs- und Leitsystemen, beispielsweise Radargeräten von Luftverteidigungssystemen.

Zum elektronischen Kampf (Electronic Warfare, EW) gehören Unterstützungs-, Schutz- und Gegenmaßnahmen. Elektronische Unterstützungsmaßnahmen bezeichnen die Erfassung und Auswertung gegnerischer elektromagnetischer Ausstrahlungen im Rahmen einer militärischen Operation. Zum Beispiel können Infrarot- und Radardetektoren in Kampfflugzeugen feindliche Waffensysteme identifizieren und lokalisieren.

US Air Force

Die ECM-Pods der F-16 beinhalten das AN/ALQ-131, das radargelenkte Luftabwehrsysteme stören kann.

Weißes Rauschen gegen Radaranlagen

Elektronische Schutzmaßnahmen sollen die eigene Nutzung elektromagnetischer Wellen sicherstellen und vor Aufklärung und Angriffen durch Gegner bewahren. Ein Beispiel dafür ist Frequenzagilität: Moderne Radarsysteme ändern Frequenz und Modulation von Puls zu Puls. Elektronische Gegenmaßnahmen (Electronic Countermeasures, ECM) richten sich gegen feindliche Infrastruktur. Radaranlagen werden beispielsweise durch Sendeimpulse oder weißes Rauschen (gleichzeitiges Senden von Störgeräuschen auf allen Frequenzen) aktiv oder passiv gestört und getäuscht. So werden falsche Ziele vorgegaukelt oder echte Ziele verschleiert. Radar- und Funkanlagen können temporär oder dauerhaft mithilfe von Strahlenwaffen (z. B. Laser oder Ultraschall) ausgeschaltet werden.

Was kann die Growler?

Ein dezidiertes EloKa-Flugzeug ist die Boeing EA-18G Growler der US Navy. Sie verfügt unter anderem über drei Abstandsstörsysteme vom Typ AN/ALQ-99. Unterstützt werden diese von einem „Tactical Jamming System Receiver“ (AN/ALQ-218), der die Position von Radaremittern im Luftraum bestimmt. Ein AESA-Radar ortet und stört ebenfalls feindliche Radare, allerdings nur nach vorne gerichtet.

UAV DACH: Beitrag im Original auf https://www.flugrevue.de/flug-revue-erklaert-was-bedeutet-eigentlich-eloka/, mit freundlicher Genehmigung von FLUG REVUE automatisch importiert. Der Beitrag gibt nicht unbedingt die Meinung oder Position des UAV DACH e.V. wieder.