Einen Aufschub für die anstehenden Steuern und Finanzhilfe: darum bat das Tap Air Portugal-Management die portugiesische Regierung Anfang April. Die brachte im Gegenzug eine Verstaatlichung der Airline ins Spiel. Die Verhandlungen laufen – und der Ton wird rauer.

„Wenn unsere Bedingungen nicht akzeptiert werden, wird es keine staatliche Hilfe geben“, sagte Infrastrukturminister Pedro Nuno Santos im Mai an das Tap-Management gewandt. „Wir können kein Szenarium ausschließen, auch nicht das einer Insolvenz…oder der Verstaatlichung.“ Offenbar herrscht zwischen der Atlantic Gateway von David Neeleman und Humberto Pedrosa und der Regierung Uneinigkeit darüber, wieviel Mitspracherecht der Staat im Gegenzug zu einer Finanzhilfe bekommen soll. Bis jetzt haben die Verhandlungspartner noch keine Einigung erzielt.

Wem gehört Tap aktuell?

Die Regierung hält bereits 50 Prozent an der Airline und ist bereit, im Zuge der Covid-19-Krise rund 1,2 Milliarden Euro in ihre Stabilisierung zu investieren. Atlantic Gateway gehören 45 Prozent der Tap, fünf Prozent liegen in den Händen der Mitarbeiter. 9000 von ihnen befinden sich seit Mitte April in Kurzarbeit und beziehen 66 Prozent ihres Lohnes, weitere 1000 erhalten laut dem Portal „aeroflap“ derzeit 80 Prozent ihres Lohnes.

Schwieriger Neustart für Tap

Die Zeit drängt für sie und ihre Airline. Zwar nimmt Tap im Juni schrittweise wieder mehr Strecken auf. Doch mit Brasilien hat sich einer ihrer Kernmärkte in den vergangenen Wochen zum Zentrum der Coronavirus-Pandemie entwickelt: Tap fliegt wieder dorthin, Brasilianer dürfen aber bis auf Weiteres nicht nach Portugal einreisen. Dass die Verhandlungspartner der Atlantic Gateway und der portugiesischen Regierung sich bereits Monate vor der Krise nicht besonders gut verstanden und uneins über den Kurs der Airlines waren, macht eine schnelle Lösungfindung für die Tap nicht einfacher.

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