Lufthansa beginnt mit dem Ausdünnen ihrer Jumbo Jet-Teilflotte. Von fünf Boeing 747-400 will sich die Kranich-Airline wegen der Corona-Krise vorzeitig trennen. Den Anfang machen in dieser Woche die älteste und die jüngste Maschine: Sie enden auf dem Schrottplatz.

Das Durchschnittsalter der Teilflotte liegt bei 21,4 Jahren, und ihr Ende war schon lange eingeläutet: Bereits im Sommer 2019 kündigte die Lufthansa an, sich bis 2025 von allen Boeing 747-400 zu trennen. Wegen der Corona-Krise und damit verbundenen Sparmaßnahmen kommt das Aus zumindest für einen Teil der 13 Jets starken 400er-Riege noch früher: Stand jetzt werden fünf 747-400 nicht mehr in den aktiven Dienst zurückkehren.

Endstation Enschede

Die ersten beiden Jumbo Jets trifft es bereits in dieser Woche: Mit der 24 Jahre alten D-ABVO und der gut 18-jährigen D-ABTL schickt die Lufthansa ihre jeweils älteste und jüngste 747-400 auf ihre letzte Reise. Beide Jets werden in der zweiten Wochenhälfte auf dem Twente Airport im niederländischen Enschede erwartet. Dort wird sich die ortsansässige Verwertungsfirma Aircraft End-of-Life Solutions (AELS) der beiden Vierstrahler annehmen und sie in ihre Einzelteile zerlegen.

Ignatius Wahn (CC BY-SA 2.0)

Ende eines Flugzeuglebens: Die D-ABTL wird am 4. Juni in Enschede zum Ausschlachten und Zerlegen erwartet.

WM-Shuttle von 2002

Den Anfang macht am 4. Juni die D-ABTL. Der Jumbo mit der Seriennummer 29872 wurde am 15. März 2002 fabrikneu an Lufthansa geliefert. Bereits wenige Monate später hatte er seinen ersten großen Auftritt: Im Juni 2002 flog er die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea, wo das von Rudi Völler trainierte Team später völlig überraschend Vizeweltmeister wurde. Von 2006 bis Mitte 2016 trug die D-ABTL den Taufnamen „Dresden“. 2017 war sie eine der 747-400, mit denen Lufthansa zwischenzeitlich die Inlandsroute zwischen Frankfurt und Berlin-Tegel betrieb. Ihren letzten kommerziellen Flug für die Lufthansa absolvierte die Maschine am 13. März von Toronto nach Frankfurt, anschließend war sie an der großen Corona-Rückholaktion der Bundesregierung beteiligt und holte unter anderem gestrandete deutsche Touristen aus Panama, Kolumbien und Neuseeland ab. Seit dem 9. April ist die D-ABTL in Frankfurt abgestellt.

Masakatsu Ukon (CC BY-SA 2.0)

Mit über 24 Jahren ist die D-ABVO die älteste verbliebene 747-400 bei Lufthansa. Am 5. Juni tritt sie ihre letzte Reise an.

Aus der Wartung zur Verwertung

Die zweite Streichkandidatin, die D-ABVO, kam bereits am 17. Mai 1996 zur Lufthansa. An den Rückholflügen im März und April war sie im Gegensatz zu ihrer jüngeren Schwester nicht beteiligt, weil sie bereits seit Ende Januar zur Wartung in Peking weilt. Die D-ABVO trägt die Seriennummer 28086 und erhielt bei Lufthansa den Taufnamen „Mühlheim a. d. Ruhr“. Ihre Heimat Frankfurt, wo sie 24 Jahre lang stationiert war, wird die Maschine nicht mehr wiedersehen: Mit dem für Freitag, den 5. Juni angesetzten Ferry-Direktflug aus Peking nach Enschede endet ihr fliegerisches Dasein ebenfalls auf dem Schrottplatz, ohne nochmaligen Abstecher nach Deutschland.

UAV DACH: Beitrag im Original auf https://www.flugrevue.de/zivil/corona-sparmassnahmen-lufthansa-fliegt-die-ersten-747-400-auf-den-schrott/, mit freundlicher Genehmigung von FLUG REVUE automatisch importiert. Der Beitrag gibt nicht unbedingt die Meinung oder Position des UAV DACH e.V. wieder.