Die Lockheed P-3C Orion des Marinefliegergeschwaders 3 in Nordholz werden bald regelmäßig über dem Mittelmeer auf Patrouille gehen: Der Bundestag hat am Donnerstag den Einsatz der Bundeswehr bei der Operation EUNAVFOR MED Irini vor Libyens Küste beschlossen.

Die EU-Mission mit dem sperrigen Namen verfolgt nicht nur ein, sondern gleich drei konkrete Ziele: Sie soll erstens das Waffenembargo der Vereinten Nationen gegen Libyen durchsetzen – und zum Zweiten die illegale Ausfuhr von Erdöl aus dem nordafrikanischen Land verhindern. Außerdem bringt sich die EU mit EUNAVFOR MED Irini gegen Schleuser- und Menschenhändlernetzwerke im zentralen Mittelmeer in Stellung.

Die Lockheed P-3 Orion entstand aus dem Turboprop-Airliner Lockheed Electra. Ihre Konstruktion ist alt, doch ihre Ausrüstung hochmodern. Die Marine besitzt acht P-3C.

„Fliegendes Auge“ gegen Schmuggler

Die Netze der Öl-, Waffen- und Menschenschmuggler zu kappen wird künftig auch eine Aufgabe für die Deutschen Marineflieger sein. Der Bundestag nickte den geplanten Einsatz des in Nordholz stationierten Marinefliegergeschwaders 3 „Graf Zeppelin“am Donnerstag ab. Die Marine schickt zunächst den Seefernaufklärer P-3C Orion ins Missionsgebiet, der als „fliegendes Auge“ eine wichtige Rolle bei der Operation Irini spielen soll. Mit hochmoderner Sensorik an Bord können die Orion-Crews große Seegebiete schnell und weiträumig überwachen. Sie erfassen dabei sämtliche Schiffsbewegungen im fraglichen Gebiet und übertragen die gesammelten Daten in Echtzeit an kooperierende Schiffe und Dienststellen. „Auftrag für die Besatzungen wird sein, das Seegebiet der Operation zügig aufzuklären, um der Operationsführung ein umfassendes Lagebild zur Verfügung zu stellen, auf welchem der weitere Kräfteansatz basieren wird“, gibt der erste Kontingentführer, Fregattenkapitän Millhahn, das Einsatzziel wieder.

Orion bleibt in Nordholz

Starten sollen die Einsätze über dem Mittelmeer bis auf Weiteres direkt von Nordholz aus. Die aktuelle Pandemie-Situation bedinge, dass die Orion in Nordolz starte und nach Auftragserfüllung auch wieder dort lande, führt Fregattenkapitän Millhahn aus. Die Marineflieger sehen sich für das Szenario dennoch gut gerüstet. Für Besatzung und Flugzeug stelle das „keine besondere Herausforderung“ dar, so Millhahn weiter. Zudem sei die Orion für derlei Einsatzzwecke bestens geeignet.

Kampf gegen Piraten

Dass dem so ist, beweisen die Marineflieger bereits seit 2008 am Horn von Afrika. Dort unterstützen die Orion-Crews die Vereinten Nationen in der Operation Atalanta beim Kampf gegen Piraten und helfen mit, humanitäre Missionen für Somalia militärisch abzusichern. War die Bundeswehr dort in den ersten Jahren noch mit Schiffen und der P-3C gleichermaßen im Einsatz, sind seit einiger Zeit nur noch die Seefernaufklärer aus Nordholz vor Ort. Ihre Basis befindet sich in Dschibuti.