Die Restaurierung der Lockheed Super Star, die Lufthansa vor über zehn Jahren begann und schließlich abbrach, war ein Millionengrab: 150 Millionen Euro gab die Airline bis zum Stopp des Projekts Ende 2018 aus. Doch der Aufwand soll nicht vollkommen vergeblich bleiben.

Dass es ein äußerst ehrgeiziges Unterfangen ist, einen solch großen und komplexen Oldtimer wieder in einen flugfähigen Zustand zu bekommen – und diesen zu erhalten -, war von Anfang an klar. Dennoch startete die Lufthansa 2007 ihr historisches Mammutprojekt: Eine in den USA aufgestöberte Lockheed L-1649 Super Star wollte die Kranich-Airline wieder in die Luft bringen, und damit an die Anfangsjahre des zivilen Luftverkehrs in Nachkriegsdeutschland erinnern: denn die Lockheed Super Constellation und die modernere Super Star (bei Lockheed „Starliner“ genannt) verkörperten in jenen Jahren das Rückgrat der Lufthansa-Langstreckenflotte. Die „Super Connie“ eröffnete 1955 den Transatlantikverkehr auf der Strecke Frankfurt – Shannon (Irland) – New York. Die Super Star überflog den Großen Teich ab 1957 gar nonstop.

Die Restaurierung scheiterte

Geflogen war die 1957 gebaute L-1649, die von der Lufthansa Berlin Stiftung 2007 bei einer Auktion ersteigert wurde, schon viele Jahre nicht mehr. Entsprechend schlecht war ihr Zustand, als man im beschaulichen Örtchen Auburn Hills im US-Bundesstaat Maine mit der Restaurierung begann. Als Teilespender hatte die Stiftung noch zwei weitere Super Star mit dazu bekommen, für die Auferstehung der welken Viermot-Schönheit gar extra einen neuen Hangar gebaut. Bis zu 80 Mitarbeiter arbeiteten zeitweise parallel an dem Mammutprojekt – bis Lufthansa 2018 die Reißleine zog. „Zu aufwendig und zu komplex“, konstatierte der Vorstand um CEO Carsten Spohr damals. Immer neue Probleme hatten sich im Lauf der Restaurierung aufgetan. Zu viele letzten Endes – die halbfertige Super Star wurde in Container verpackt und nach Bremen verschifft. Dort liegt sie seit über einem Jahr in einer Lagerhalle.

Die Lockheed L-1649 Super Star der Lufthansa kommt im Oktober 2019 zerlegt nach Bremen

Gesamtkosten: 150 Millionen Euro

Über den finanziellen Aufwand der gescheiterten Aktion hatte Lufthansa sich bislang stets ausgeschwiegen. Bei der diesjährigen Hauptversammlung des Konzerns, die wegen der Corona-Pandemie erstmals virtuell abgehalten wurde, ließ Carsten Spohr jedoch die Katze aus dem Sack: „Die Gesamtkosten des Projekts von 2007 bis 2019, nachdem wir das Projekt beendet und das Flugzeug zurückgeholt haben nach Bremen, belaufen sich auf 150 Millionen Euro“, erklärte der Lufthansa-Chef – betonte jedoch im selben Atemzug, dass die Lufthansa diese Kosten nicht alleine geschultert habe. Ein großer Teil davon sei über Spenden finanziert worden.

Ausstellung ist geplant

Wohl auch aus diesem Grund soll die Super Star, schenkt man den Worten Spohrs Glauben, nicht in ihrer Bremer Lagerhalle verstauben. Stattdessen will die Lufthansa das Flugzeug im Rahmen einer Ausstellung der Öffentlichkeit zugänglich machen. Wo genau und in welchem Rahmen, wollte oder konnte Spohr am 5. Mai noch nicht verraten. Zu einem späteren Zeitpunkt, so hieß es, werde man dazu Näheres verkünden. Es bleibt also zu hoffen, dass das letzte Kapitel für Lufthansas Super Star noch nicht geschrieben ist – und sich die Millionenausgaben letztendlich doch noch in einem sichtbaren Ergebnis niederschlagen.