Ob es Virgin Atlantic durch die Corona-Krise schafft, ist alles andere als sicher. Trotzdem stellte die britische Airline, derzeit auf Investorensuche, nun ihre Pläne für die Zeit danach vor. Bitter für Luftfahrtfans: Die sieben Boeing 747-400 haben darin keinen Platz.

Nur ein einziger Satz, versteckt im drittletzten Absatz einer Pressemitteilung genügte den Briten, um ihren Jumbo-Jets das Grab zu schaufeln „Vom heutigen Tag an wird Virgin Atlantic ihre sieben Boeing 747-400 nicht mehr länger nutzen“, verkündete die Airlne in einer Pressemitteilung zu ihren Zukunftsplänen für die Zeit nach der Corona-Pandemie. Das große Jumbo-Sterben geht damit weiter: Nach KLM aus den Niederlanden und Corsair aus Frankreich ist Virgin Atlantic bereits die dritte Airline in kurzer Zeit, die die Boeing 747 vorzeitig ausmustert. Bei weiteren Airlines steht der Jumbo auf der Kippe – ob etwa die fünf 747-400ER der australischen Qantas, die aktuell auf dem Flugzeugfriedhof von Alice Springs eingelagert sind, je wieder in den Dienst zurückkehren, steht in den Sternen. Auch die Lufthansa wird sich von einem Großteil ihrer Jumbo-Flotte trennen. Auf der Abschussliste stehen auch hier vor allem die älteren 747-400.

Vorzeitiges Ende: Eigentlich wollte Virgin Atlantic die 747-400 noch bis 2021 weiterfliegen.

Weniger Mitarbeiter und Abschied von Gatwick

Die Krise wirkt damit wie ein Brandbeschleuniger auf die Flottenpläne der Airlines. Zwar hatten alle genannten Carrier die Ausflottung der 747 schon zuvor, zumindest mittelfristig, im Auge gehabt – doch der globale Einbruch der Verkehrsluftfahrt sorgt nun für einen sehr viel schnelleren und radikaleren Umbruch. Bei Virgin Atlantic hat das nicht nur Auswirkungen auf die Jumbo-Teilflotte. Die von Richard Branson gegründete Airline, die derzeit händeringend nach Geldgebern sucht, muss 3150 Arbeitsplätze streichen. Das ist fast ein Drittel der gesamten Belegschaft. Außerdem wird sie künftig nicht mehr vom Londoner Flughafen Gatwick, sondern nur noch von Heathrow aus fliegen. „Wir haben seit unserem ersten Flug vor 36 Jahren viele Stürme überstanden, aber keiner war so verheerend wie Covid-19“, verdeutlichte Virgin Atlantic-Chef Shai Weiss die prekäre Lage.

Aleem Yousaf (CC BY-SA 2.0)

Die Boeing 787-9 wird künftig eines von drei Mustern sein, die für Virgin fliegen – allerdings nicht mehr ab Gatwick, denn Virgin kehrt dem zweitgrößten Londoner Airport den Rücken.

Künftig noch drei Typen in der Flotte

Ob der Carrier eine Zukunft nach Corona tatsächlich erleben wird, ist deshalb alles andere als sicher. Trotzdem möchte Virgin Atlantic sich bestmöglich darauf vorbereiten. Deshalb müssen bis Anfang 2022 auch die vier Airbus A330-200 die Flotte verlassen. Ziel ist eine vereinheitlichte Flotte aus 36 Zweistrahlern, die nachhaltiger und effizienter sein soll als das bisher der Fall war. Konkret gesprochen heißt das, dass Virgin Atlantic bald nur noch drei Flugzeugmuster einsetzen wird: die Boeing 787-9, den Airbus A350-1000 sowie den A330-300.

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