Die Antonow An-225 befindet sich derzeit im Dauereinsatz: Seit Mitte April fliegt die sechsstrahlige Riesin Masken, Anzüge und weitere medizinische Güter nach Europa. Dabei brach sie ganz beiläufig den Rekord für die voluminöseste Fracht – und zwar gleich dreimal.

Als die An-225 am 14. April im chinesischen Tianjin startete und via Almaty nach Warschau flog, war sie zwar lange nicht so schwer beladen wie auf vielen ihrer zurückliegenden Einsätze. Dennoch quoll der riesige Frachtraum der „Mrija“ auf diesem Flug beinahe über, war er doch bis zur Decke vollgestopft mit kleinen, braunen Pappkartons. Über 10000 sollen es gewesen sein, heißt es. Jeder einzelne gefüllt mit medizinischem Equipment made in China – Schutzmasken, Handschuhe, Overalls – zum Kampf gegen die Corona-Pandemie in Polen. Rund 100 Tonnen wog die Fracht – ein Kinderspiel für die An-225, die problemlos auch 250 Tonnen Nutzlast verträgt. Viel mehr Kartons hätten in die „Mrija“ trotzdem nicht hineingepasst, denn von 1230 Kubikmeter Laderaumvolumen nahmen die Hilfsgüter rund 1000 Kubikmeter ein. Ein Weltrekord: Nie zuvor hatte ein einzelnes Flugzeug voluminösere Fracht transportiert.

11000 Kartons für Frankreich

Nicht einmal eine Woche später toppte die „Mrija“ ihren eigenen Rekord: Wieder ging es aus Tianjin mit rund 1000 Kubikmetern Ladung nach Westen. Dieses Mal wurde die An-225 in Frankreich erwartet. Am 19. April landete sie auf dem Flughafen Paris-Vatry, nachdem sie unterwegs in Almaty und Baku hatte zwischenlanden müssen. An Bord hatte die ukrainische Riesin dieses Mal 150 Tonnen Schutzausrüstung – darunter allein acht Millionen Masken. Videos aus Vatry zeigen, wie die unzähligen Kartons von Hand aus dem riesigen Flugzeug geladen und auf zwei Förderbändern ins Freie transportiert werden. Gute neun Stunden dauerte die Prozedur. Dann machte sich die „Mrija“ abermals auf den Weg nach China, um am 23. April in ihrer Heimat Kiew aufzuschlagen – wieder vollbepackt mit 1000 Kubikmetern Masken, Handschuhen und Schutzanzügen. Damit hatte die An-225 dreimal hintereinander ein Rekord-Frachtvolumen nach Europa geflogen – und das in weniger als zehn Tagen.

Neue Rolle für die Ukraine

„Wir sind sehr stolz auf die Gelegenheit, uns am Kampf gegen die globale Pandemie zu beteiligen“, erklärte Antonov Airlines-Vizechef Vitali Shost schon nach dem ersten Einsatz der „Mrija“ in Polen. Parallel zum größten Flugzeug der Flotte hat Antonov Airlines auch fünf seiner sieben An-124 im Einsatz für Corona-Hilfstransporte auf der ganzen Welt. Rund 1500 Tonnen Fracht haben die ukrainischen Lastenesel seit Ende März in diesem Rahmen transportiert, teilweise auch als SALIS-Flüge für die NATO (Strategic Airlift International Solution). Das macht sogar den ukrainischen Staatspräsidenten Wolodymyr Selenskyj stolz: Die Position der Ukraine in der Welt habe sich durch die Hilfsflüge verändert, sagte Selenskyj nach der Landung der An-225 in Kiew am 23. April. „Wir bitten nicht mehr nur um etwas, wir helfen auch anderen Ländern“

Antonov Airlines

Auch die kleinen Schwestern der „Mrija“ sind im Anti-Corona-Einsatz: Fünf An-124 hat Antonov Airlines für medizinische Hilfsflüge abkommandiert.

Deutschlandbesuch nächste Woche

Die Einsätze der Antonow-Frachter gehen indes munter weiter. So sind laut Antonow in den kommenden Tagen verstärkt Hilfsflüge in die USA geplant. Auf dem Programm stehen unter anderem die Städte Orlando, Houston, Washington und Los Angeles. Die An-225 soll ab Mai ebenfalls bei diesen Flügen zum Zug kommen. Zunächst einmal aber wird die „Mrija“ in Deutschland erwartet. Nach letzten Informationen soll sie am Vormittag des 27. April in Leipzig landen und am Dienstag wieder starten.

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