Die aktuelle Krise gefährdet die geplante Übernahme von Condor durch den LOT-Konzern PGL. Für den Fall eines Scheiterns des Deals gibt es laut „Reuters“ inzwischen einen Plan B: demnach soll Condor vorübergehend verstaatlicht werden, bis sich ein Investor findet.

Diesen Monat wollten Condor und PGL eigentlich Vollzug melden: Polens staatliche Airlineholding hatte Ende Januar das Bieterverfahren um Condor nach der Thomas-Cook-Pleite für sich entschieden. Aus dem Kaufpreis sollte ein 380 Millionen Euro schwerer Brückenkredit von Condor getilgt werden, PGL stellte Condor zudem eine neue und größere Langstreckenflotte in Aussicht. Der Deal droht in der Covid-19-Krise zu platzen – nach Medieninformationen hat PGL bei der Bundesregierung Garantien angefragt, die Deutschland nicht geben will.

Verstaatlichung als Zwischenschritt

Damit rückt eine zeitweise Beteiligung des deutschen Staats an Condor näher. Wie „Reuters“ berichtet, soll eine Verstaatlichung Condor Zeit für die Suche nach einem alternativen Investor verschaffen, wenn die Krise überwunden ist. Condor ist derzeit eng in Rückholmissionen eingebunden, in den nächsten Wochen droht der Airline jedoch weitgehender Stillstand – Kurzarbeit ist bereits angemeldet. Laut „Reuters“ hat Condor vergangene Woche über den KfW-Kredit hinaus weitere 200 Millionen Euro an Staatshilfe beantragt.

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