„Schwerste Krise“ der Luftfahrtindustrie

„Im Interesse des ganzen Landes“ arbeitet der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie an der Bewältigung der Corona-Krise.

„Die Corona-Pandemie hat existentielle Auswirkungen auf alle Unternehmen unserer Luft- und Raumfahrtindustrie“, unterstrich BDLI-Präsident Dirk Hoke bei der ersten Sitzung des neuen BDLI-Präsidiums. „Mehr denn je brauchen wir jetzt den engen Schulterschluss mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – im Interesse des ganzen Landes“. Reiner Winkler, BDLI Vize-Präsident Luftfahrt, ergänzte: „Unsere Hochtechnologie- und Innovationsbranche ist von strategischer Bedeutung. Die Krise unserer Industrie betrifft ganz Deutschland.“

Laut BDLI wird derzeit die Produktion in Einzelfällen eingestellt. Als Folge befürchten viele Unternehmen extreme, existenzbedrohende Auswirkungen, da die Airlines keine Liquidität mehr haben werden und als erstes versuchen werden, Investitionen (und das heißt neue Flugzeuge) nicht mehr durchführen.

Für Unternehmen der militärischen Luftfahrt und der Raumfahrt geht es primär darum, die geplanten Aufträge zügig und unbürokratisch auszulösen und gegebenenfalls Aufträge vorzuziehen. Der BDLI setzt sich dafür ein, dass die Flottenerneuerung weiter durchgeführt wird (sowohl um unserer Industrie ein Überleben zu sichern als auch aus ökologischen Gründen), für eine beschleunigte Auftragsvergabe und ein Vorziehen von Aufträgen bei staatlicher Beschaffung.

Bei allen Unternehmen gehen bereits jetzt Produktionsvolumina zurück, entsprechend die Auftragslage. Liquidität wird teilweise kurzfristig, in jedem Fall mittelfristig extrem kritisch.

Die Firmen begrüßen die vorliegenden Pakete der Bundesregierung und prüfen deren Nutzung. Insbesondere Kurzarbeitergeld wird bereits genutzt beziehungsweise ist geplant. Kredite werden notwendig sein, Erfahrung fehlt hier noch. Es wird befürchtet, dass die Banken trotz 90 Prozent-Absicherung durch KfW hohe Risikoaufschläge machen werden, was die Kredite zu teuer macht. Bedenken bestehen auch bezüglich der Rückzahlungsfristen. Forderungen: Zinsen auf ein Prozent begrenzen (da Re-Finanzierung zu de facto 0% erfolgt) und flexible Rückzahlungsmöglichkeiten.

Neue Führungsspitze

Der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V. (BDLI) hatte turnusgemäß eine neue Führungsspitze gewählt..

Dirk Hoke, CEO von Airbus Defence and Space, wurde erneut zum Präsidenten gewählt. Zusammen mit folgenden gewählten Vize-Präsidenten bilden sie den BDLI-Vorstand:

Reiner Winkler, CEO MTU Aero Engines, wiedergewählt als Vize-Präsident Luftfahrt;

Michael Schreyögg, Vorstand Programme MTU Aero Engines, neu gewählt als Vize-Präsident Verteidigung und Sicherheit;

Marco Fuchs, CEO OHB, wiedergewählt als Vize-Präsident Raumfahrt und Schatzmeister;

Arndt Schoenemann, Geschäftsführer Liebherr-Aerospace, wiedergewählt als Vize-Präsident Ausrüstung und Werkstoffe,

Rolf Philipp, Geschäftsführender Gesellschafter Aircraft Philipp Group, bestimmt als Mittelstandsbeauftragter des BDLI.

UAV DACH: Beitrag im Original auf https://www.flugrevue.de/zivil/bundesverband-der-deutschen-luft-und-raumfahrtindustrie-schwerste-krise-der-luftfahrtindustrie/, mit freundlicher Genehmigung von FLUG REVUE automatisch importiert. Der Beitrag gibt nicht unbedingt die Meinung oder Position des UAV DACH e.V. wieder.