Die für Mitte Mai angesetzte ILA 2020 in Berlin-Schönefeld wird definitiv nicht stattfinden. Das gaben die ILA-Veranstalter am heutigen Mittwochmittag bekannt. Einen möglichen Nacholtermin nannten sie dabei nicht.

Angesichts der sich stetig zuspitzenden Lage rund um die Corona-Pandemie war es eigentlich seit Tagen klar. Nun herrscht mit dem Statement der Berliner Messegesellschaft auch offiziell Gewissheit: Die ILA 2020 in Berlin-Schönefeld wird nicht stattfinden. Darauf haben sich die ILA-Veranstalter, der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e. V. (BDLI) sowie die Messe Berlin GmbH nach einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung der Messe Berlin GmbH verständigt.

Keine andere Lösung möglich

Aufgrund der zunehmenden Verbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 habe der Landrat des Landkreises Dahme-Spreewald bereits am 12. März 2020 „eine Allgemeinverfügung unter Anordnung der sofortigen Vollziehung erlassen“, so die ILA-Verantwortlichen. Darin sei unter anderem festgelegt, dass „Veranstaltungen ab einer zu erwartenden Zahl von Teilnehmenden von mindestens 1000 Personen im Gebiet des Landkreises Dahme-Spreewald“ verboten seien. „Die Verfügung ist unbefristet ergangen und gilt bis zur Aufhebung“, machen die Veranstalter das rechtliche Dilemma deutlich. Das Veranstaltungsverbot des Landkreises fußt auf Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und des zuständigen Gesundheitsamts und ließ, auch im Zuge der immer schärferen Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens in Deutschland, letztlich keinen anderen Schluss zu, als nach der Aero in Friedrichshafen und der Aircraft Interiors Expo auch die dritte große Luftfahrtmesse in Deutschland abzusagen.

„Verantwortung für Aussteller und Besucher“

Die Veranstalter der ILA unterstrichen in der Erklärung der Absage dennoch ihr Bedauern für den unvermeidlichen Schritt. Dr. Christian Göke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Berlin GmbH sagte: „Wir blicken schweren Herzens auf die jetzt notwendig gewordene Absage der ILA Berlin 2020. Die Messe Berlin hat seit Wochen darauf hingewiesen, dass die Entscheidung über die Durchführung oder Absage von Großveranstaltungen zur Zeit nur auf der Grundlage der Empfehlung beziehungsweise Anweisung der zuständigen Fachbehörden erfolgen kann. Nur diese verfügen über alle notwendigen Informationen und Fachkenntnisse, um die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Wir nehmen unsere Verantwortung für die Gesundheit und die Sicherheit unserer Gäste, Aussteller und Mitarbeiter sehr ernst.“ Volker Thum, Hauptgeschäftsführer des BDLI, verwies auf die „Verantwortung für die Aussteller, Partner und Besucher der ILA 2020“, der man mit der Absage nachkomme. „Wir danken all jenen sehr, die an den Vorbereitungen zur ILA beteiligt waren für ihre engagierte Arbeit in den zurückliegenden Monaten“, so Thum weiter. „Die Krise trifft uns hart, und mehr denn je brauchen wir daher den engen Schulterschluss mit der Politik und all unseren Stakeholdern.“

Tickets und Standmieten werden rückerstattet

Bereits gekaufte Eintrittskarten werden komplett erstattet, teilte die Messe Berlin auf Nachfrage mit – unabhängig davon, ob es sich um Publikums- oder Fachbesuchertickets handelt. Detaillierte Infos zum Procedere sollen zeitnah auf der ILA-Webseite veröffentlicht werden. Die Messe Berlin kündigte gleichzeitig an, allen Hauptausstellern die Vorauszahlungen auf Standmiete, Ausstellerausweise, Mediapackages und den AUMA-Beitrag zurückzuzahlen. „Darüberhinausgehende Aufwendungen wie Reisekosten, externe Agenturleistungen, externer Standbau und externes Catering sowie Personal werden von der Messe Berlin nicht ersetzt“, macht die Messegesellschaft klar.

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