Red Flag ist die größte Übung, an der die Luftwaffe 2020 teilnimmt. Je acht Eurofighter und Tornados verlegten nach Nevada.

An der Übung Red Flag sind ein Großteil der Geschwader der Luftwaffe beteiligt. Die Kampfjets kommen aus den Taktischen Luftwaffengeschwadern (TaktLwG) 31 aus Nörvenich, 33 aus Büchel und 51 aus Jagel. Das Geschwader aus Büchel übernimmt dabei die Führung. Hier läuft die Planung schon seit einem Jahr.

„Eine der Herausforderungen war die Einbindung von so vielen Playern, die mit verschiedenem Personal und Material an der Übung teilnehmen“, so Hauptmann Wolff. Er war als Verantwortlicher für den logistischen Ablauf schon seit Wochen vor Übungsbeginn in Las Vegas und bereitete alles für einen reibungslosen Ablauf vor.

Die Luftfracht-Drehscheibe für die Überführung von Material und Kampfjets war Bangor im US -Bundesstaat Maine. Auf ihrer Reise landeten der Transporter A400M und die Jets hier zwischen. Trotz der Betankung in der Luft ist ein Direktflug nach Las Vegas nicht möglich.

Bei Red Flag agieren Deutschland und andere Nato-Partner wie Italien, Spanien und die Gastgebernation USA auf Seite der „Blue Forces“. Auf der anderen Seite stehen die „Red Forces“, spezielle Aggressor-Verbände, die das Verhalten von potentiellen Gernern simulieren.

Die Nellis Air Force Base verbindet maßgeblich zwei Eigenschaften: durch die sichtbare Nähe zur Großstadt Las Vegas ist alle notwendige Infrastruktur vorhanden oder schnell erreichbar. Auf der anderen Seite haben die Übungsflugzeuge in Sekunden die Wüste Nevadas erreicht, die einmalige Trainingsbedingungen bietet: die „Nevada Test and Training Range“ ist etwa 270 mal 90 Kilometer groß.

Verschiedene Rollen für Eurofighter und Tornado

Bis zu zehn Stunden dauert die Vorbereitung einer Mission – und das bei zwei Übungsphasen täglich. Dazu müssen vor allem die vorhandenen Kräfte und Ressourcen koordiniert werden. Geflogen werden überwiegend Missionen, bei denen die Blue Forces dem heranrückenden Feind offensiv gegenübertreten, sogenannte „Offensive Counter Air“-Missionen (OCA).

Die Eurofighter können dabei mehrere Rollen einnehmen: Sie können mit der GBU-48, einer 500 Kilo-Bombe, gegen Ziele am Boden eingesetzt werden. Genauso können sie auch eigenen Truppen am Boden durch Luftnahunterstützung („Close Air Support“) zur Seite stehen.

Alternativ nutzen sie ihre hohe Beweglichkeit als „Luftüberlegenheitsjäger“ und bekämpfen Ziele in der Luft. Dabei können sie in einer ersten Welle feindliche Flugzeuge gezielt bekämpfen, um so den Weg für eigene Flugzeuge freizumachen. In einem anderen Fall eskortieren sie hochwertige Unterstützungsflugzeuge, wie zum Beispiel Luftbetankungsflugzeuge oder Truppentransporter.

Die Tornados gibt es in zwei Varianten: in der Rolle „Interdiction Strike“ (IDS) bekämpft er Ziele am Boden. Dies können einzelne Fahrzeuge, Gebäude oder auch große Bunkeranlagen sein. Auch der Tornado kann eigene Truppen am Boden mit „Close Air Support“ unterstützen. In der Ausstattungsvariante „Electronic Combat Reconnaissance“ (ECRElectronic Combat Reconnaissance) bekämpfen sie mit einer speziellen Waffe gegnerische Radaranlagen und Boden-Luft-Raketensysteme.

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