Keine neuen Bestellungen im Februar: Nach einem fulminanten Jahresstart mit 274 neuen Orders im Januar erhielt die Auftragsbilanz von Airbus im zweiten Monat des Jahres einen Dämpfer. Angesichts der Corona-Krise dürfte das ein Vorgschmack sein auf die nächsten Monate.

Die gute Nachricht ist: Airbus hat zwar im Februar keine neuen Orders eingesammelt, dafür flatterten allerdings auch keine Stornierungen ins Haus. Der Backlog an Aufträgen liegt nach den ersten beiden Monaten des Jahres 2020 bei 7670 Flugzeugen, die Produktion bleibt weiter bestens ausgelastet. Allein 6209 ausstehende Bestellungen betreffen die A320-Familie. Außerdem muss Airbus, Stand 29. Februar, noch 547 A220, 328 A330, 577 A350 und neun A380 ausliefern. 55 Maschinen wurden im Februar an 35 Kunden übergeben.

Corona-Krise schlägt auf Hersteller durch

Der Höhenflug des Jahresauftakts, als Airbus 274 neue Orders einheimste, ist mit der Februar-Nullnummer allerdings erst einmal gestoppt. Immerhin wirkt der starke Januar jetzt als gutes Polster für das, was dieses Jahr noch kommt. Die folgenden Monate dürften an der Verkaufsfront nämlich nicht minder knackig werden wie der Februar. Die Corona-Krise zieht immer weitere Kreise, bedroht Airlines in ihrer Existenz und zwingt die gesamte Luftfahrtbranche zu Sparmaßnahmen. Das dürfte sich auch auf die Bilanzen der Flugzeugbauer auswirken – denn wer spart, Strecken streicht und Flugzeuge groundet, kauft nicht unbedingt viele neue Flugzeuge.

Airbus

Air Asia X beansprucht rund ein Viertel aller bislang bestellten A330neo für sich – will die Übernahme weiterer Jets aber wegen der Corona-Epidemie verschieben.

Baut Airbus weniger A330neo?

Erste Konsequenzen aus der Krise werden auch bei Airbus bereits diskutiert: So meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg Mitte der Woche, dass Airbus darüber nachdenkt, die Fertigungsrate der A330neo weiter herunterzufahren. Laut Bloomberg hängt diese Überlegung vor allem mit dem Plan des A330neo-Großkunden Air Asia X aus Malaysia zusammen, anstehende Lieferungen des Großraum-Twins wegen der Corona-Problematik zu verschieben. Air Asia X hat als Großkunde 78 A330neo bestellt, musste sein Liniennetzwerk aber drastisch zusammenkürzen und setzt auf vielen Routen bevorzugt kleineres Gerät ein. Da auch andere Airbus-Großkunden mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben und ein schnelles Ende der Krise nicht absehbar ist, dürfte Airbus es schwer haben, den Verkaufserfolg vom Januar in den Folgemonaten zu wiederholen. Bloomberg zitiert denn auch Airbus-Chef Guillaume Faury mit den Worten, er erwarte mit Blick aufs Langstreckengeschäft ein „noch härteres Jahr“.

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