Eine Boeing 787-9 der Turkish Airlines trat am 4. März ihren Rückflug von Singapur nach Istanbul ohne Passagiere an. Verantwortlich für den Geisterflug war nicht etwa mangelnde Ticketnachfrage, sondern – natürlich – das Coronavirus.

Täglich fliegt Turkish Airlines von ihrem Drehkreuz Istanbul in den Stadtstaat Singapur und wieder zurück. Aktuell wird das Flugpaar TK54/55 planmäßig mit den brandneuen Boeing 787-9 bedient, deren erstes Exemplar Turkish Airlines im Juni vergangenen Jahres übernahm. Normalerweise finden in den Turkish-Dreamlinern 300 Passagiere Platz – doch am vergangenen Mittwoch blieben auf dem Rückflug von Singapur nach Istanbul alle Sitze leer. Lediglich die Crew, drei Piloten und elf Besatzungsmitglieder, befand sich an Bord des Nachtflugs TK55, der am Morgen des 5. März nach elf Stunden Flugzeit mit knapp zwei Stunden Verspätung in Istanbul landete.

Coronavirus auf dem Hinflug

Warum es zu diesem „Geisterflug“ kam, ist schnell erzählt: Ein Fluggast, der beim Hinflug mit an Bord gewesen war, wurde in Singapur positiv auf COVID-19 getestet – im Volksmund bekannt und gefürchtet als Coronavirus. Auf Anordnung der Zivilien Luftfahrtbehörde von Singapur (CAAS) durfte deshalb keiner der für den Rückflug gebuchten Passagiere das bereitstehende Flugzeug betreten. Laut Angaben der Zeitung Jakarta Post schickte die CAAS den Dreamliner samt Besatzung stattdessen direkten Wegs leer zurück nach Istanbul. Dort wurde die Crew nach Ankunft für 14 Tage unter Quarantäne gestellt, weil sie mit dem betroffenen Passagier „in engen Kontakt gekommen“ sei. Bei einem Schnelltest vor dem Abflug in Singapur seien alle Crewmitglieder allerdings negativ auf das Virus getestet worden.

Turkish Airlines

Ende Juni 2019 übernahm Turkish Airlines ihre erste Boeing 787-9. Das auf dem „Geisterflug“ eingesetzte Flugzeug trug die Kennung TC-LLF und wurde im August 2019 ausgeliefert.

Mitreisende von TK54 werden gesucht

Unterdessen ist das Verkehrsministerium in Singapur mit Hochdruck dabei, weitere Fluggäste aufzuspüren, die am 3. März auf dem Turkish-Flug TK54 an Bord waren und deshalb ebenfalls Kontakt mit der infizierten Person gehabt haben könnten. Zeitungsberichten zufolge betrifft das zwischen 143 und 200 Personen, eine offizielle Stellungnahme von Turkish Airlines gab es dazu bislang nicht. Bei dem an Corona erkrankten Passagier soll es sich nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters um einen französischen Staatsbürger handeln, der von London aus via Istanbul nach Singapur reiste.

UAV DACH: Beitrag im Original auf https://www.flugrevue.de/zivil/singapur-istanbul-turkish-airlines-dreamliner-auf-geisterflug/, mit freundlicher Genehmigung von FLUG REVUE automatisch importiert. Der Beitrag gibt nicht unbedingt die Meinung oder Position des UAV DACH e.V. wieder.