Wer künftig in den USA eine Flugshow besucht, wird am Himmel wohl auch Captain Kristin Wolfe in Aktion sehen. Die F-35-Pilotin ist ab dieser Saison für das Display der Lightning II verantwortlich. Von ihrem Stellenprofil hat sie eine klare Vorstellung.

Kristin „Beo“ Wolfe ist nicht nur die erste Frau, die eine F-35 als Demo-Pilotin vorführt. Sie zählt auch zu den wenigen Piloten, die nicht nur Flugstunden auf der Lightning II, sondern auch auf der F-22 Raptor vorweisen können. Drei Jahre lang flog „Beo“ den besten Kampfjet der Welt, bevor sie 2017 auf die F-35A umsattelte. Rund 900 Stunden Stealth-Erfahrung kamen so bislang zusammen. Erfahrung, die sie zuletzt beim 388th Fighter Wing auf der Hill AFB in Utah als Fluglehrerin auch an andere Piloten weitergab.

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Jung, weiblich, fliegerisch versiert: Kristin „Beo“ Wolfe ist die neue Kommandeurin des F-35-Demoteams der US Air Force.

40 Auftritte in zwei Jahren

Nun betritt Kristin Wolfe die große Airshow-Bühne: 2020 und 2021 wird sie als Kommandeurin dem F-35-Demoteam der US Air Force vorstehen und gemeinsam mit der 13-köpfigen Mannschaft während dieser Zeit mehr als 40 Airshow-Auftritte absolvieren. Ihre Aufgabe wird es dabei nicht nur sein, die F-35A möglichst publikumswirksam durch die Luft zu werfen, sondern auch den Stab aus Mechanikern, PR-Profis und Logistikern zu koordinieren, aus dem sich das Demoteam zusammensetzt. Dazwischen warten viele Trainingsstunden und akribische Planung, um den Airshow-Besuchern die F-35A von ihrer allerbesten Seite zu zeigen. „Mein Job ist es, das Beste aus dem Team herauszuholen, die Leute zu inspirieren, immer noch besser zu werden – und die F-35 so hart vorzufliegen, wie ich kann“, fasst Captain Wolfe ihre neue Aufgabe selbstbewusst zusammen.

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Kristin Wolfe: „Mein Job ist es, die F-35 so hart vorzufliegen, wie ich kann.“

„Was ist das Coolste, das ich tun kann?“

Die Air Force lernte Kristin Wolfe schon in sehr jungen Jahren ausgiebig kennen: Kristins Vater Jon Wolfe war drei Jahrzehnte lang ebenfalls Kampfpilot, flog die F-4G Phantom II und die F-15C Eagle – war aber für Tochter „Beo“ nicht der entscheidende Faktor, selbst diesen Karriereweg zu gehen: „Bei meinen Entscheidungen ging es nie um bestimmte Interessen oder Flugzeuge“, sagt sie. Einen Job am Schreibtisch habe sie sich aber nie vorstellen können. Mutter Maria hätte sich für ihre Tochter zwar eher eine Karriere als Ärztin gewünscht, aber Kristin hatte andere Pläne: „Ich habe mich immer gefragt, was das Coolste ist, was ich tun kann? Oder: Was ist die größte Herausforderung, die ich meistern kann? Die Fighter-Community hat mich dabei am meisten angesprochen.“ Bereut hat sie die Entscheidung nie – im Gegenteil: „Ob es darum geht, im Tiefflug in Idaho über die schneebedeckten Berge zu fliegen, durch den ‚Star Wars Canyon‘ zu brettern oder in 300 Fuß Höhe auf dem Rücken zu fliegen – das sind Momente, die ich liebe.“ Ihre neue Rolle als Demopilotin kommt ihr deshalb mehr als gelegen – und auch Mutter Maria ist versöhnt: „Ich bin überglücklich. Es macht mir große Freude zu sehen, dass sie tun kann, wofür sie brennt – und dass sie damit zugleich die Air Force so positiv vertritt.“

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