Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat am Mittwochnachmittag grünes Licht für das deutsch-französische Future Combar Air System gegeben. Die Gelder reichen vorerst bis Mitte 2021.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer zeigte sich nach der Billigung der Mittel erleichtert: „Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik brauchen wir nicht nur auf Papier, sondern im konkreten Handeln – vor allem zwischen Deutschland und Frankreich. Ich freue mich, dass wir heute gemeinsam mit dem Bundestag einen wichtigen Schritt für das Kampfflugzeug der Zukunft gegangen sind“.

Es geht um die sogenannte Phase 1A, die der Vorbereitung von Demonstratorprogrammen dient und fünf Säulen des Programms umfasst:

# den New Generation Fighter (NGF, Federführung Dassault Aviation, mit Airbus als „Hauptunterauftragnehmer“
# das Triebwerk (Safran und MTU),
# unbemannte Komponenten, sprich UAVs wie Loyal Wingmen, mit Airbus als Hauptauftragnehmer und MBDA Frankreich
# Systemarchitektur des FCAS mit Airbus und Thales
# Programmkoordination mit Airbus/MTU und MBDA Frankreich als gemeinsame Vertragspartner

Weitere wichtige Aspekte wie Stealth und Sensoren bleiben erst einmal außen vor.

Für die auf 18 Monate angesetzte Phase IA stellen Frankreich und Deutschland je 77,5 Millionen Euro bereit, dazu kommen je 3,5 Millionen Euro für weitere Arbeitsoptionen. Unklar ist der Beitrag Spaniens, das trotz der Ankündigung vom letzten Juni noch nicht offiziell ins Programm eingebunden ist. Dies soll erst im Laufe des Jahres passieren.

Die Freigabe des Haushaltsausschusses war eigentlich schon für Ende letzten Jahres avisiert. Frankreich zeigte sich daher zuletzt zunehmend ungeduldig. Verteidigungsministerin Florence Parly sagte zum Beispiel vor der deutsch-französischen parlamentarischen Versammlung in Straßburg letzte Woche: „Meine Damen und Herren des Bundestages, Ihre Abstimmung in wenigen Tagen üben den SCAF-Demonstrator wird von entscheidender Bedeutung sein und ein starkes politische Signal für den Willen unserer beiden Länder zum Aufbau einer europäischen Verteidigungs senden“.

Wie in diesem Statement schon anklingt hätte die Regierung in Paris gerne weiter reichende Deutsche Verpflichtungen gehabt. Im Parlament gibt es allerdings genügend Skeptiker, die allen Erklärungen einer gleichberechtigten Partnerschaft zum Trotz eine französische Dominanz im Luftfahrtbereich fürchten, während das parallel laufende gemeinsame Panzerprogramm (das finanziell viel kleiner ist) mit deutscher Führung nicht recht vorankommt. Deshalb wurde noch einmal klargestellt dass „Die Projekte “Future Combat Air System„ (FCAS) und “Main Ground Combat System„ (MGCS) vom Haushaltsausschuss in einem Zusammenhang betrachtet werden. Der Grundgedanke dabei ist eine zeitliche Parallelität in der Entwicklung beider Projekte. Diese ist aktuell gefährdet“.Deshalb müsse ein Reportingsystem etabliert werden, in dem die Mitglieder des Haushalts- und Verteidigungsausschusses quartalsweise über den Sachstand der Entwicklungen beider Projekte unterrichtet werden.

Man wird also sehen, wie sich die Lage entwickelt. Als nächstes geht es nämlich 2021/2022 um ungleich höhere Summen von etwa einer Milliarde Euro, um mit der Entwicklung und dem Bau von Demonstratoren zu beginnen. Diese Phase soll bis 2027 dauern. Die Entwicklungsphase fü rdas NGF und die begleitenden Drohnen soll schließlich 2030 beginnen, um das Future Combat Air System schließlich ab 2040 einsatzbereit zu haben.

UAV DACH: Beitrag im Original auf https://www.flugrevue.de/militaer/haushaltsausschuss-gibt-gelder-frei-fcas-arbeiten-koennen-starten/, mit freundlicher Genehmigung von FLUG REVUE automatisch importiert. Der Beitrag gibt nicht unbedingt die Meinung oder Position des UAV DACH e.V. wieder.