Die Bundeswehr will für die „Signalerfassende Luftgestützte Weiträumige Überwachung und Aufklärung“ nun statt der MQ-4C-Drohne einen Geschäftsreisejet verwenden.

Als Gründe für den Sinneswandel werden die „erheblich“ gestiegenen Kosten für die angepasste MQ-4C Triton sowie die fortgestehenden Unsicherheiten bezüglich des Betriebs des hoch fliegenden unbemannten Systems im europäischen zivilen Luftraum angeführt.

Alternativ sollen nun Bombardier Global 6000 als Träger für das SIGINT-Missionssystem ISIS von Hensoldt dienen. Die Fertigung des Geschäftsreisejets läuft allerdings aus, so dass wohl eine schnelle Bestellung nötig wäre. In einer Antwort der Bundesregierung an den Bundestag vom 19. Dezember hieß es allerdings: „Das Projekt Pegasus verfügt über keine Finanzierungszusage“.

Im neuesten Bericht des Verteidigungsministeriums zu Rüstungsangelegenheiten vom Dezember wird ausgeführt: „Das Angebot der US Navy (für die Lieferung der Triton-Fluggeräte, Anmerkung der Redaktion) läuft im Dezember 2019 aus und muss nach erfolgter Finanzierungszusage erneut eingeholt werden. Dies hat Verzögerungen im Gesamtprojekt zur Folge. Die Erfüllung der NATO-Verpflichtung “Bereitstellung einer signalerfassenden Aufklärungsfähigkeit im Jahr 2025„ kann nicht mehr gewährleistet werden“.

Eigentlich sollte die nach der Ausmusterung der SIGINT Breguet Atlantics der Marine seit 2010 bestehende Fähigkeitslücke im Bereich SLWÜA (Signalerfassende Luftgestützte Weiträumige Überwachung und Aufklärung) schon längst durch den Euro Hawk (basierend auf der Vorläuferversion von Triton) geschlossen sein. Nach Abbruch dieses Projekts wurden neue Studien zu Alternativen durchgeführt und am 6. März 2017 „der Lösungsvorschlag 5 (RPAS MQ-4C Triton mit ISIS) durch den Generalinspekteur der Bundeswehr zur Auswahlentscheidung (AWE) erhoben, welche mit zwei Quality Gates und vier Auflagen verknüpft“ war.

Das Projekt erhielt den Namen Pegasus ((PErsistant German Airborne SUrveillance System, Bezeichnung für die Kombination des Luftfahrzeuges MQ-4D Triton in Verbindung mit der Sensorausstattung ISIS-Zielbefähigung).

Aufgrund der notwendigen deutschen Anfrage genehmigte die US-Regierung dann im Frühjahr 2018 dann den Verkauf „von MQ-4C Triton Unmanned Aircraft Systems (UAS) an Deutschland für geschätzte Kosten von 2,50 Milliarden Dollar. Die deutsche Regierung hat den Kauf von vier MQ-4C Triton Unmanned Aircraft Systems (UAS) beantragt, eine Mission Control Station (MCS), bestehend aus einer Main Operating Base (MOB) (MD-3A) und einer Forward Operating Base (FOB) (MD-3B), zehn Kearfott-Inertial-Navigationssystem/Global Positioning System (INS/GPS), Einheiten (2 pro Flugzeug plus 2 Ersatzteile) und zehn LN-251 INS/GPS-Einheiten (2 pro Flugzeug plus 2 Ersatzteile). Bei dem vorgeschlagenen Verkauf des MQ-4C UAS handelt es sich um eine modifizierte Version der US Navy Triton-Konfiguration“, hieß es damals.

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