Qantas-Jumbo fliegt bald für Rolls-Royce

Foto: Rolls-Royce

Als Airliner aufs Abstellgleis befördert, startet eine Boeing 747-400 der australischen Qantas nun eine zweite Karriere bei Rolls-Royce: Die Briten haben sich den ausrangierten Jumbo für einen Umbau zum fliegenden Teststand gesichert. In zwei Jahren soll er einsatzreif sein.

Noch zählt Australiens Flag Carrier Qantas zu den treuen Betreibern der Boeing 747, doch die Ausmusterung der „Queen of the skies“ ist auch in Down Under beschlossene Sache. Ende 2020 wird der letzte Qantas-Jumbo die Flotte verlassen haben und durch die zweistrahlige 787-9 ersetzt worden sein. Der Übergang läuft fließend, was bedeutet, dass das Ende der Jumbo-Ära bei Qantas bereits heute seine Schatten vorauswirft. Ein Teil der Flugzeuge ist bereits ausgemustert, der Rest folgt Stück für Stück.

Neue Aufgabe bei Rolls-Royce

Am 13. Oktober traf es die 747-400 mit dem Kennzeichen VH-OJU. Das Flugzeug, das den Taufnamen „Lord Howe Island“ trägt, wurde nach seinem letzten kommerziellen Flug von Los Angeles nach Sydney offiziell aus dem Liniendienst verabschiedet. 70 Millionen Kilometer hat die „Lord Howe Island“ seit Anfang 2000 für Qantas zurückgelegt und dabei über zweieinhalb Millionen Fluggäste befördert. Seit Sonntag ist damit nun Schluss. Doch anders als zahlreiche ihrer Schwestern warten auf die VH-OJU weder die Wüste noch die Schlachtbank. Stattdessen wird der Jumbo nach Großrbitannien umziehen, wo ihn eine zweite Karriere als fliegender Teststand erwartet: Triebwerkshersteller Rolls-Royce hat sich die Dienste der knapp 20 Jahre alten Maschine gesichert und wird an ihr schon bald „gegenwärtige und zukünftige Jet-Triebwerke“ testen, wie die Briten in einem Presse-Statement mitteilen.

Foto: Patrick Zwerger

Qantas gehört noch immer zu den treuen 747-Betreibern. Doch Ende 2020 soll damit Schluss sein. Die 787-9 stößt die „Queen of the skies“ vom Thron.

Ein Prüfstand für 70 Millionen Dollar

Die Vorbereitungen dafür haben bereits begonnen: Direkt nach ihrem Ausscheiden bei Qantas ist die VH-OJU nach Moses Lake im US-Bundesstaat Washington geflogen. Dort kümmert sich nun die Firma AeroTEC darum, dass aus dem einstigen Airliner mit 364 Sitzen ein vollausgestatteter fliegender Prüfstand wird, der künftig detaillierte Messdaten neuer Triebwerksmodelle im Flug liefern soll. Zwei Jahre wird der Umbau zum Testflugzeug dauern. Insgesamt lässt sich Rolls-Royce das Unterfangen 70 Millionen US-Dollar kosten – mehr als 63 Millionen Euro. Für Rolls-Royce-Entwicklungschef Gareth Hedicker ein lohnendes Investment: Die 747-400 werde bald „das Kronjuwel der weltweiten Testprogramme“ der Briten sein. „Wir werden dadurch mehr und bessere Messdaten erhalten als jemals zuvor.“ Der bisher einzige Jumbo in der Rolls-Royce-Testflotte, eine 747-200, soll parallel dazu weiter im Einsatz bleiben.

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