NTSB bemängelt Boeings Risikoabschätzung

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Die amerikanische Unfalluntersuchungsbehörde NTSB hat Boeing Änderungen bei der Risikoabschätzung vorgeschlagen. Der Flugzeugbauer habe das Verhalten von Piloten bei unübersichtlichen Störungen in der 737 MAX zu optimistisch eingeschätzt.

Das NTSB legte am Donnerstag in Washington eine Liste mit Vorschlägen vor, die auf der laufenden Auswertung der beiden MAX-Unglücke beruhen. Demnach habe Boeing die Reaktionszeit der Piloten bei Störungen zu optimistisch eingeschätzt. Bei kombinierten Störungen würden die Piloten durch vielfache Warnanzeigen verwirrt und brauchten länger als angenommen, um zum Lösungsweg zu kommen.

Hier solle der Hersteller Änderungen bei Konstruktion, Bedienverfahren und Training erwägen. Außerdem solle Boeing neue Werkzeuge entwickeln, um die Annahmen über das Pilotenverhalten im Rahmen von Zulassungsverfahren vorab zu validieren. Schließlich sollten neue Systemdiagnose-Werkzeuge eingeführt werden, die bei Störungen im Cockpit für die Besatzung eine Hierarchie der Handlungsanweisungen erzeugen, so dass deren Reaktionen schneller und wirksamer erfolgen können.

Die Kritik des NTSB richtet sich indirekt auch an die Zulassungsbehörde FAA, die die oben genannten Verfahrensweisen und Annahmen so gestattet habe. Das NTSB will in den kommenden Monaten einen Abschlussbericht zum Lion-Air-Absturz vorlegen. Die Auswertung des Ethiopian-Absturzes läuft noch.

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